Deutscher Gewerkschaftsbund

04.03.2021
Interview mit Christa Randzio-Plath

Frauenrechte sind Menschenrechte - weltweit

Christa Randzio-Plath

Christa Randzio-Plath Christa Randzio-Plath

In ihrem Buch

"FRAUENRECHTE SIND MENSCHENRECHTE – WELTWEIT. ALTE GEFAHREN, NEUE HERAUSFORDERUNGEN"

analysiert die Autorin Christa Randzio-Plath, wie sich in den letzten 25 Jahren, seit der Weltfrauenkonferenz in Peking 1995, die Lage der Frauen weltweit verbessert oder auch verschlechtert hat. Ihr Fazit: Ohne eine dauerhafte Beseitigung der Diskrimierung von Frauen werden sich die globalen Probleme nicht lösen lassen.

Drei Fragen zu ihrem Buch.

Was war Ihre wichtigste Erkenntnis bei den Recherchen zu diesem Buch?

Christa Randzio-Plath: Diskriminierung von Frauen ist kein Menschenrecht. Bis heute sind weltweit Frauenrechte als Menschenrechte trotz internationaler Konventionen und Gleichberechtigungsversprechen in nationalen Verfassungen keine soziale Wirklichkeit. Unter der Corona-Pandemie hat sich Gewalt gegen Frauen verschärft, ihre Arbeitslosigkeit hat zugenommen genauso wie ihre Verantwortung für Sorgearbeit. Regierungen müssen endlich - 25 Jahre nach der Aktionsplattform von Peking 1995 - Versprechen einlösen und Frauenrechte nicht nur respektieren, sondern proaktiv Gleichstellungspolitik durchsetzen.

Die Feminisierung von Armut ist ein wichtiges Thema ihres Buches. Wie kann am besten gegengesteuert werden?

Christa Randzio-Plath: Gute Arbeit auch für Frauen ist ein richtiger Ausweg, der Frauen ein existenzsicherndes und gleichberechtigtes Auskommen mit dem Einkommen möglich macht. Sie muss allerdings entscheidend ergänzt werden durch eine ehrgeizige öffentliche kostenlose bzw bezahlbare Infrastruktur für Dienste der Daseinsfürsorge wie z.B. Bildung, Gesundheit, Mobilität , Soziale Sicherung.

Wenn Sie das gleiche Buch in 25 Jahren schreiben würden, was glauben Sie wäre dann ihr Fazit?

Christa Randzio-Plath: Parität hat sich durchgesetzt. 50 Prozent der Abgeordneten und Regierungsmitglieder sind Frauen. Lohngleichheit ist kein Thema mehr. Frauen und Männer leben die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, weil die öffentliche Daseinsvorsorge, aber auch das partnerschaftliche Verständnis sich positiv verändert haben. Frauen und Männer gehen Seite an Seite, weil Solidarität Schlüssel für die Entwicklung aller Gesellschaften ist.

Mehr Informationen zu ihrem Buch hier auf der Verlagsseite, wo es auch bestellt werden kann.

Über Christa Randzio-Plath:

Frau Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath ist Juristin und Autorin. Sie ist Vorsitzende des Marie-Schlei-Vereins (Hilfe für Frauen in Afrika, Asien und Lateinamerika), war Abgeordnete in der Hamburgischen Bürgerschaft und im Europäischen Parlament. Sie war langjährige Vorsitzende verschiedener Frauenorganisationen und ist heute unter anderem Ehrenvorsitzende des Landesfrauenrates Hamburg. Sie setzte sich erfolgreich für Gleichstellungsstellen auf allen Ebenen ein und forderte eine progressive Gleichstellungsgesetzgebung. Auch heute ist sie noch politisch aktiv.


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