Deutscher Gewerkschaftsbund

08.03.2021

„Homeoffice ist kein Sesam-Öffne-Dich, das die Gleichstellung beschleunigt“

Vernetzungstreffen DGB Frauen am 7. März

Im Vorfeld des Internationalen Frauentages trafen sich am Sonntag rund 60 Frauen zur digitalen Vernetzung. Eingeladen hatte der Frauenausschuss des DGB Hamburg mit dem thematischen Schwerpunkt der Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und die Verschärfungen durch die Pandemie. Mit dabei war die Professorin Jutta Allmendinger vom WZB, die das in ihrem Grußwort bestätigte: „Das Home-Office ist kein Sesam-Öffne-Dich, das die Gleichstellung beschleunigt.“ Im Gegenteil: Natürlich seien Beruf und Familie in gewisser Weise ‚vereinbarer‘, wenn wir von zu Hause aus arbeiteten. Das Home-Office hätte aber durch die ungleiche Verteilung der Care-Arbeit zwischen Männern und Frauen die deutliche Tendenz, dass Frauen noch mehr in alte Rollen gedrängt würden. Das belegten, so Allmendinger, unzählige Studien und Statistiken.

Daher drücke auch der Gender-Pay-Gap aus Allmendingers Sicht viel zu wenig die Genderungerechtigkeit aus: „Es geht nicht nur um unterschiedliche Stundenlöhne. Einer der Hauptgründe für den Pay-Gap zwischen den Geschlechtern ist der Care-Gap.“ Und der hätte viele Folgen: So seien gerade mentale Belastung und Stress im Home-Office in der Pandemie für Frauen enorm in die Höhe gegangen.

Im Anschluss an Frau Allmendinger stellte Flora Antoniazzi vom DGB Bundesvorstand vor, inwiefern geschlechtergerechte Investitionen wichtige Lösungsansätze beim Abbau von Geschlechterungleichheit sind, denn Investitionspolitik ist immer auch Verteilungspolitik. In Hamburg gibt es bereits seit 2013 ein offizielles Bekenntnis zum Gender-Budgeting. Was die Umsetzung angeht braucht es aber immer noch viel Nachbohren und Druck in Richtung Senat. „Nicht lockerlassen“, ist laut Flora Antoniazzi bei diesem Thema die Devise.

Beide Themen wurden im Anschluss an die Vorträge in Breakout-Sessions von den Teilnehmerinnen lebhaft diskutiert. Nach über zwei Stunden ging eine digitale Veranstaltung zu Ende, die natürlich nicht mit der Atmosphäre in Präsenz vergleichbar ist, aber neben den Inputs viel Raum zu Vernetzung bot. Gerade in der Pandemie ist das wichtig und so waren es vor allem Stärke, Gemeinschaft und Frauensolidarität, die die Teilnehmerinnen auf die Abschlussfrage, was sie aus der Veranstaltung mitnahmen, am häufigsten angaben.

Wir freuen uns auf das nächste Mal in 2022, dann aber hoffentlich wieder in Form eines realen Zusammenkommens und am liebsten im Gewerkschaftshaus.

Referentin

DGB HH

Flora Antoniazzi

DGB HH

Kachel Teilnehmende

DGB HH

Schlusswolke

DGB HH


Nach oben

Immer aktuell informiert ...

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Aktuelle Pressemeldungen des DGB Hamburg

Veranstaltungen

Aktuelle Termine

Online beitreten ...

Wir helfen ...