Deutscher Gewerkschaftsbund

14.11.2019
Hamburgs Zukunft wählen!

Forderungen zur Bürgerschaftswahl

Gute Arbeit – soziale Stadt – nachhaltiges Hamburg

Die Arbeitswelt steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Die digitale Transformation verändert die Arbeit und die nachgefragten Arbeitsqualifikationen. Der Klimawandel beeinflusst Arbeitsplätze und Beschäftigungsmöglichkeiten. Die demographische Entwicklung und die weltweiten Migrationsbewegungen ändern die Zusammensetzung der Arbeitsbevölkerung, während die sich weiter differenzierende Globalisierung neue globale Liefer- und Arbeitsketten und transnationale Abhängigkeitsverhältnisse hervorbringt. Es gibt viel zu gestalten!

Als Welt- und Handelsstadt muss Hamburg diesen Herausforderungen klug begegnen: Eine planvolle Arbeitsmarktpolitik mit einer strukturierten Weiterbildungslandschaft, eine ausgleichende Sozialpolitik gegen die städtischen Spaltungstendenzen sowie eine am qualitativen und nachhaltigen Wachstum ausgerichtete Wirtschaftspolitik stärken unsere Stadt. Wir wollen Chancengleichheit, Fairness in der Arbeitswelt und eine starke demokratische Kultur.

An dieser Stelle formulieren die Gewerkschaften ihre wichtigsten Erwartungen für eine soziale, nachhaltige Stadt der guten Arbeit. Wir stützen uns damit auf die Ergebnisse unserer Mitgliederbefragung.

 

Wohnen

Stärkung und Ausbau des sozialen und bezahlbaren Wohnungsbaus. Genossenschaften, SAGA und gemeinwohlorientierte Bauträger müssen bevorzugten Zugang zu Bauland bekommen. Die Bindungsfristen bei gefördertem Wohnraum sollten auf 30 Jahre verlängert werden.

Verkehr/Mobilität

Den Nahverkehr weiter ausbauen und günstiger machen. Für Beschäftigte muss der ÖPNV eine zeitlich attraktive und bezahlbare Alternative zum Auto sein.

Arbeit und Beschäftigung

- Tarifbindung muss zum Standard bei der Auftragsvergabe und Wirtschaftsförderung durch die Stadt werden. Wir brauchen eine Kultur pro Tarifvertrag und Hamburg muss sie bestmöglich vorleben. Das gilt auch im Umgang mit den Arbeitgebern.

- Zwölf Euro Mindestlohn auch für die städtischen Zuwendungsempfänger und die Projekte, die im städtischen Auftrag Leistungen erbringen, zum Beispiel in der Sozial- , Kultur und Bildungsarbeit

- Eine verbesserte Personalausstattung der zuständigen Landes- und Bundesbehörden, um Verstöße gegen Mindestlöhne zu kontrollieren

- Personalausstattung bei Pflege und Betreuung verbessern. Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge fördern, positiven Personalschlüssel umsetzen, in Aus- und Weiterbildung investieren, Renditeerwartungen in Gesundheitswirtschaft abschaffen

- Beratungsstrukturen für Beschäftigte, mit denen sie beim Transfer zu Arbeit 4.0 und Digitalisierung unterstützt werden

- Beratungsstelle Minijobs für Beschäftigte und Arbeitgeber

- Weiterbildung stärken. Das umfasst u.a. ein Recht auf Weiterbildung, auf Bildungsteilzeit, rechtlich garantierte Lernzeiten, eine sichere Finanzierung, mehr Beratung und Transparenz sowie bessere Qualität

Soziales

- Armut wird durch gute Arbeit bekämpft. Prekäre Beschäftigung muss bekämpft werden: keine sachgrundlose Befristungen, Abschaffen der Minijobs, Leih- und Werkverträge einschränken.

- Ausbau der aufsuchenden Seniorenarbeit auf unter 80jährige. Die Einsamkeit durch Altersarmut beginnt nicht erst ab diesem Alter. Finanzieller „Hamburg-Aufschlag“: Aufstocken der Grundsicherung für arme Ältere, um hohe Lebenshaltungskosten abzufedern.

- Besondere, individuell ausgerichtete Förderung von Alleinerziehenden und Familien in der Grundsicherung.

 

Hier gibt es die Langversion zu den Forderungen:


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