Deutscher Gewerkschaftsbund

12.11.2020

Gedenken am 9.11. an die Reichspogromnacht

Rede von Katja Karger zum 9. November

 

Heute erinnern wir an die schrecklichen Verbrechen
des November-Pogroms am 9. November.
Wie eine Zündschnur zog sich der Hass damals durch diese Stadt.
Angeführt durch SA, SS und Gestapo,
unterstützt durch Hamburgerinnen und Hamburger
wurden jüdische Geschäfte zerstört,
Synagogen angezündet,
religiöse Schriften und Reliquien verbrannt,
Friedhöfe geschändet und
Menschen jüdischen Glaubens verfolgt, vertrieben, misshandelt, verhaftet und getötet.

 

Bilder von der Gedenkveranstaltung

 

Dieses Pogrom ist Sinnbild geworden
für die Gräueltaten der Nationalsozialisten,
und ihrer Anhänger*innen und Mitläufer*innen.
Es steht für das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte
und der Stadt Hamburg.

Erinnern und Mahnen ist daher unsere wichtigste Aufgabe.
Wir müssen die Täter benennen und die Opfer würdigen.
Wir müssen Erinnern und Mahnen,
auch um aktuelle Referenzen im Hier und Jetzt
zurückzudrängen.

Denn noch immer müssen Synagogen geschützt werden.
Noch immer werden Menschen von Nazis verfolgt,
misshandelt und getötet.
Der letzte Angriff ist in Hamburg ja noch gar nicht so lange her.

 

Die Ansprache von Katja Karger im Video

Ansprache von Katja Karger

Solange das so ist,
stehen der DGB und seine Gewerkschaften
solidarisch Seit an Seit
mit den jüdischen Gemeinden und der VVN.
Für eine freie, friedliche und pluralistische Gesellschaft.

Mögen heute in ganz Hamburg
Lichter für die Opfer der Pogromnacht leuchten.
Lichter, die die Köpfe der Menschen und den Geist dieser Stadt erhellen.

Gedenken auch in Harburg

Am 10. November 2020 fand vor dem Mahnmal der ehemaligen Synagoge in Hamburg-Harburg eine Gedenkkundgebung zur Erinnerung an die NS-Gewalttaten am 10. November 1938 in Harburg statt. Damals wurde die Leichenhalle auf dem jüdischen Friedhof in Brand gesteckt und die Inneneinrichtung der Synagoge an der Eißendorfer Straße zerstört. Der DGB-Ortsverband-Harburg legte ein Blumengesteck am rekonstruierten Portal der ehemaligen Synagoge nieder. Auch die Bezirksversammlung Harburg,  die Leitung des Bezirksamts und die „Initiative Gedenken Harburg“ schmückten das Mahnmal mit Blumen.

(Text: Wolfgang Brandt)

Gedenken in Harburg

Gedenken in Harburg Wolfgang Brandt


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