Deutscher Gewerkschaftsbund

28.01.2020

Schichtende - und keine Bahn nach Hause

Ole Könnenmann

Ole Könnenmann privat

Ob Regen, Sturm oder Schnee: Ole Könnemann saß auf seinem Fahrrad und kämpfte sich rund 75 Minuten durch tiefschwarze Nacht von seinem Zuhause in Neuallermöhe bis nach Altona.   Dort begann er dann seinen Dienst als Zugbegleiter. Manchmal nass, oft durchgeschwitzt. Und wenn er nach seiner Schicht denselben Weg zurücknahm, kam er völlig K.O. daheim an.

Es ging ihm nicht um Sport. Es war die pure Not. „Dreimal fährt ein Nachtbus auf der Strecke und braucht 90 Minuten. Das war für mich keine Alternative und ein Auto kann ich mir nicht leisten“, sagt er.

Seine Kolleg/-innen machen es anders: 90 Prozent kommen mit dem Auto zur Arbeit. Von den Restlichen nehmen viele die letzte S-Bahn und legen sich vor Schichtbeginn noch mal am Bahnhof auf eine Pritsche zum Schlafen. Erholsamer Schlaf ist das meistens nicht.

 

Das Beispiel zeigt, Im öffentlichen Nahverkehr mangelt es in Hamburg für viele Beschäftigten direkten und regelmäßigen Anbindungen, auch für weiter draußen gelegene Stadtteile.

Könnemann hätte es geholfen. Irgendwann konnte er nicht mehr Nun ist er per Attest von den ganz frühen und ganz späten Schichten befreit.

Der DGB fordert, dass der Nahverkehr weiter ausgebaut und günstiger wird.


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