Deutscher Gewerkschaftsbund

03.02.2020

Weiterbildung für eine sichere Zukunft

Kerstin Sprengard, IG Metall

Kerstin Sprengard, IG Metall privat

Sie heißen jetzt App-Applikator oder Datenanalystin. Mit der Digitalisierung kommen neue Jobs, Beschäftigte müssen sich umstellen.

Bei Siemens in Hamburg hat die Digitalisierung bereits vieles verändert. Materialbestellungen laufen längst online. Manchmal hat damit kein einziger Mensch mehr zu tun, erzählt die dortige IG Metall Betriebsrätin Kerstin Sprengard.. Alles läuft automatisiert im Hintergrund. Für die Kolleg/-innen heißt das oft: Sich weiterbilden, qualifizieren, auf der Höhe der Zeit bleiben, um sicher in die Zukunft zu gehen.

Auch Betriebsrat und IG BCE-Kollege Lothar Pfannebecker hat in seinen 40 Jahren bei Aurubis viel Wandel mitbekommen. „Wo früher ein Angelernter tätig war, ist jetzt ein Facharbeiter beschäftigt. Überall ist Personal reduziert, Arbeit verdichtet worden. Es wird von den Kolleg/-innen erwartet, dass sie Prozesse eigenständiger lenken.“

 


"Kollege Roboter wird uns nicht von unserem Arbeitsplatz schubsen, wir werden ihn lenken müssen"


Mit der Digitalisierung geht es so weiter, ist er sich sicher. Auch wenn es bei Aurubis noch kleine Schritte sind, zum Beispiel der Einsatz von Barcodes in der Logistik. „Kollege Roboter wird uns zwar nicht von unserem Arbeitsplatz schubsen, aber wir werden ihn lenken und bewachen müssen.“

Lothar Pfannebecker

Lothar Pfannebecker privat

Um solche Prozesse mitzugehen „benötigen wir ein breites und flexibles Weiterbildungsangebot“, sagt Sprengard. „Damit kein Beschäftigter auf der Strecke bleibt. Das können wir nicht nur den Arbeitgebern überlassen.“ Deswegen sei auch politische Unterstützung notwendig.

Und noch etwas liegt ihr am Herzen: „Wir haben wieder weniger weibliche Bewerber/-innen als vor fünf Jahren, obwohl wir bevorzugt einstellen. Deswegen brauchen wir mehr als den Girls´ Day einmal im Jahr.“

Der DGB fordert u.a. das Recht auf Weiterbildung und Bildungsteilzeit, eine sichere Finanzierung, mehr Beratung und Qualitätssicherung und den Aufbau und Sicherung von Beratungsstrukturen für einen Innovations- und Transferprozess Arbeit 4.0, der die Beschäftigten nachhaltig unterstützt.


Nach oben