Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 20/18 - 20.08.2018

Keine Experimente mit der Arbeitszeit!

Schon heute fehlt fast der Hälfte aller Beschäftigten nach Feierabend die Energie für Familie und Privates. Das geht aus dem DGB-Index Gute Arbeit hervor. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass Menschen mit überlangen Arbeitszeiten deutlich häufiger Arbeit mit nach Hause nehmen und es ihnen schlechter gelingt, die Arbeit während der Erholungsphasen auszublenden. Trotzdem fordern Vertreter der Arbeitgeber, wie der Präsident des ‚Zentralverbandes des deutschen Handwerkes“ – Hans Peter Wollseifer -, in den letzten Monaten immer wieder eine Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes und eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit.

Dazu Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg: „Wir lehnen Experimente mit dem Arbeitszeitgesetz ab. Wo es gewünscht ist, bietet das Gesetz schon heute genug Möglichkeiten für flexible Lösungen. Zudem haben die Beschäftigten 2016 alleine in Hamburg rund 22,6 Millionen Überstunden geleistet – 60 Prozent davon unbezahlt. Die Beschäftigten wollen mehr Selbstbestimmung, zum Beispiel um ihre Arbeitszeiten an die jeweilige Lebensphase anzupassen. Eine Verlängerung des Arbeitstages unter dem Deckmantel der Flexibilisierung ist das genaue Gegenteil.

Höchstarbeitszeiten dienen dem Schutz der Beschäftigten. Gerade im Handwerk sind die Menschen nach einem 8-Stunden-Tag erschöpft und brauchen ausreichend Zeit, um sich zu erholen. Die Aufweichung des 8-Stunden-Tages lehne ich deshalb ab. Hinzu kommt, dass Beschäftigte im Hamburger Handwerk schon jetzt im Durchschnitt ca.1200€ weniger im Monat verdienen als Angestellte in anderen nicht-handwerklichen Berufen. Wenn dann noch die Arbeitszeit erhöht wird, wandern die im Handwerk dringend benötigten Fachkräfte verstärkt in andere Branchen ab. Mit ihrem Vorstoß tun sich die Arbeitgeber keinen Gefallen.“, sagt Karl Heinz Westphal, Arbeitnehmervizepräsident der Handwerkskammer Hamburg.

Der DGB Hamburg und der Arbeitnehmervizepräsident der Hamburger Handwerkskammer fordern:

-  Keine Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes!

- Mehr Selbstbestimmung über die Arbeitszeiten, statt Flexibilisierung auf dem Rücken der Arbeitnehmer/-innen.

- Gute Arbeitsbedingungen anstatt unbezahlter Überstunden.


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