Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 06.08.2006

Stetig steigende Zahlen von Hartz IV-Bedarfsgemeinschaften mit Kindern unter 15 Jahren in Hamburg

– Zuwachs um 16,4 Prozent innerhalb von anderthalb Jahren
Senat muss nachwachsende Armut bremsen

Die Zahl der der Bedarfsgemeinschaften mit Kindern unter 15 Jahren in Hamburg stieg seit Einführung von Hartz IV permanent um mittlerweile 16,4 Prozent, teilt der DGB Hamburg mit und fordert den Senat auf, nicht nur davon zu reden, endlich bessere Bedingungen für sozial benachteiligten Familien zu schaffen, sondern dies auch in einer grundsätzlichen Neuausrichtung der Politik deutlich werden zu lassen.
„Wir haben inzwischen fast
32 000 Bedarfsgemeinschaften in Hamburg, in denen ein oder mehrere Kinder unter 15 Jahre leben. Das entspricht einem Anstieg um 16,4 Prozent seit der Einführung von Hartz IV im Januar 2005 “, so Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg. „Nur weil Kinder in Familien mit arbeitslosen Eltern hineingeboren werden, darf Ihre Zukunftslosigkeit nicht besiegelt werden nach dem Motto: einmal arm, immer arm. Benachteiligung beginnt mit Bildungsarmut, die der Senat in Hamburg vorantreibt.“
Die Statistiken und Untersuchungen der jüngsten Zeit sprechen eine traurige Sprache: Wachsende und bundesweit überdurchschnittliche Kinder- Armut in Hamburg, höhere Gebühren für Familien, schlechterer Zugang zu KITAS für Arbeitslose, vollgepferchte Grundschulklassen, immer weniger Ausbildungsplätze (insgesamt, für ausländische Azubis, im Öffentlichen Dienst), immer mehr überschuldete Familien und steigende Zahlen der Hartz IV-Bedarfsgemeinschaften mit Kindern unter 15 Jahren.
Erhard Pumm: „Geld und sinnvolle Konzepte, die so dringend nötig wären für KITAS, Schulen, Arbeitsmarktpolitik und öffentliche Einrichtungen, die allen zu Gute kommen, fließen einseitig in die Wirtschaftsförderung. Dabei weiß inzwischen jeder, dass eine starke Wirtschaft nicht zum Wohlstand für alle führt - diese Rechnung geht in Zeiten von Sharholdervalue schon lange nicht mehr auf. Deshalb muss eine reiche Stadt wie Hamburg strukturell andere Wege beschreiten, um die Schere zwischen arm und reich zu schließen. Dabei ist es nicht mit Projekten in einzelnen Stadtteilen getan.“
Anstieg der Zahl der Bedarfsgemeinschaften mit Kindern unter 15 Jahren in Hamburg
(Statistik Bundesagentur für Arbeit):
27 451 im Januar 2005
29 156 im Juni 2005
30 725 im Januar 2006
31 940 im Juli 06

Anstieg um 4489 oder 16,4 Prozent

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