Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 12.05.2006

Für berufliche Integration von Frauen braucht es mehr als Symbolpolitik

Frauenberatungsstelle EFA wird geschlossen
Der DGB Hamburg bedauert die Schließung der Informations- und Beratungsstelle Frau und Beruf EFA sehr. Auch die Streichungen der Fördermittel für ähnliche Projekte zeigen, dass der Hamburger Senat die berufliche Integration der Frauen in die Arbeitswelt offenbar für nachrangig hält.
Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg: „Der Beitrag des Hamburger Senats zur Gleichstellung der Frauen in der Arbeitswelt darf sich nicht darin erschöpfen, sich am Aktionstag „girls day“ zu beteiligen. Wenn der Senat es ernst damit meint, dass möglichst viele und gut ausgebildete Frauen für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen sollen, muss er auch entsprechende Beratungs- und Schulungsangebote fördern. Langzeitarbeitslosen Frauen, die etwa nach einer Kinderpause wieder in den Beruf einsteigen wollen, sollten spezifische Info- und Qualifizierungsangebote unterbreitet werden. Hier muss auch die ARGE tätig werden, für die der Senat inzwischen hauptverantwortlich ist.“
Von der beruflichen Gleichstellung der Frauen kann noch lange keine Rede sein:
- Nach wie vor wählen über 50 Prozent der Mädchen Ausbildungen in „typischen", meist schlechter bezahlten Frauenbranchen und schöpfen damit ihre Berufs- und Verdienstmöglichkeiten bei weitem nicht aus
- Männer in Deutschland ein 20 Prozent höheres Gehalt als Frauen (EU-Gleichstellungsbericht von 2004).
- Frauen arbeiten viel häufiger in Teilzeit und verdienen auch deshalb deutlich weniger als Männer: Der Unterschied bei der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von berufstätigen Frauen und Männern ist stark gewachsen. 2004 arbeiteten Frauen im Durchschnitt 30,8 Stunden, Männer dagegen 40,2 Stunden - eine Differenz von gut neun Stunden. 1991 hatte der Unterschied noch weniger als sieben Stunden betragen. Das zeigt der FrauenDatenReport des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung.
- Die schlechteren Einkommen zu aktiven Berufszeiten haben auch Auswirkungen auf das Alter: Derzeit liegt die Frauenrente etwa nur bei der Hälfte der durchschnittlichen Rentenleistung
„Um Frauen Chancengleichheit im Berufsleben zu ermöglichen, braucht es insgesamt bessere Rahmenbedingungen: Neben der Aufklärung über die Berufsvielfalt möglichst schon in der Schule muss auch deutlich mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Betrieben getan werden", fordert Hamburgs DGB-Vorsitzender. „Denn nach wie vor bedeutet Nachwuchs vor allem für Frauen Behinderung oder das Ende einer Karriere."


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