Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 11/23 - 01.05.2023

DGB Hamburg feiert erfolgreichen 1. Mai mit 9.000 Teilnehmer*innen

Tausende Menschen haben sich am heutigen 1. Mai in Hamburg versammelt, um gemeinsam für eine gerechtere und friedliche Zukunft zu demonstrieren. An der zentralen Kundgebung beim Museum der Arbeit nahmen 8.100 Menschen teil. In Bergedorf kamen 600 und in Harburg 300 Teilnehmer*innen zum Tag der Arbeit zusammen. Die Veranstaltungen wurden vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Hamburg organisiert und fanden unter dem Motto "Ungebrochen solidarisch“ statt.

Unter den Teilnehmer*innen befanden sich Gewerkschafter*innen, Arbeitnehmer*innen, Studierende, Rentner*innen und viele weitere Menschen, die sich für soziale Gerechtigkeit, bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und die Stärkung der Tarifbindung einsetzen.

Die zentrale Veranstaltung begann mit einem Auftakt um 10:30 Uhr an der U-Bahn-Station Straßburger Straße.

Um 11:00 Uhr setzte sich die Demo in Bewegung und zog mit Tausenden durch die Straßen von Hamburg-Barmbek. Begleitet von Musik und Sprechchören, wurde die Forderung nach einer gerechteren und solidarischen Gesellschaft lautstark und kraftvoll zum Ausdruck gebracht.

Um 12:30 Uhr erreichte die Demonstration schließlich ihren Höhepunkt mit einer Kundgebung am Museum der Arbeit, wo die Hauptrednerinnen Tanja Chawla (Vorsitzende DGB Hamburg), Jürgen Kerner (IG Metall-Bundesvorstand), Yavuz Daşkin, (DGB-Jugend Hamburg) und Dennis Grabowski (Betriebsrat Hagenbecks Tierpark) die Bedeutung von Solidarität und Zusammenhalt in Zeiten von Krisen und Herausforderungen betonten.

Tanja Chawla, Hamburgs DGB-Vorsitzende, stellte heraus: "Gewerkschaften haben in der Krise für Entlastungen gekämpft und viel erreicht. Doch staatliche Hilfen sind nur ein Notnagel, kräftige Lohn- und Gehaltszuwächse sind das beste Mittel gegen steigende Lebenshaltungskosten und das geht am besten mit Tarifverträgen. Für eine Stabilisierung der Reallöhne brauchen wir dringend eine höhere Tarifbindung. Das ist nicht nur ein Punkt auf einem Wunschzettel, sondern bereits eine Richtlinie der EU, die eine Tarifbindung von 80 Prozent als Zielmarke formuliert. Hiervon sind wir weit entfernt – auch in Hamburg.“ Stattdessen sei an allen Ecken Tarifflucht zu beobachten, so Chawla. Sie forderte den Hamburger Senat auf, bei der Vergabe öffentlicher Aufträge die Tarifbindung zur Voraussetzung zu machen. „Wir Gewerkschaften erwarten: Öffentliches Geld gibt es nur für tarifgebundene Unternehmen!“

Jürgen Kerner, IG Metall-Bundesvorstand, sagte: „Wir lassen uns von den Arbeitgebern kein Märchen der Lohn-Preis-Spirale erzählen! Das Gegenteil ist richtig. Wirtschaftliche Stabilität, wirtschaftliches Wachstum erreichen wir nur mit stabiler Kaufkraft. Und dafür brauchen die Menschen Geld in der Tasche! Gute Löhne und stabile Wirtschaft – dafür streiten und streiken wir.“

Schwerpunkt der Gewerkschaftsjugend war die Forderung nach einer gesetzlichen Ausbildungsgarantie. Yavuz Daşkin, Redner der DGB-Jugend Hamburg, fand dafür deutliche Worte: „Transformation, Digitalisierung, Dekarbonisierung - die Arbeitswelt steckt mitten in einem enormen Wandel. Eine Arbeitswelt 4.0 braucht eine Ausbildung 4.0. Denn nur eine gute Ausbildung ist die Antwort auf die Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt. Und das bedeutet viel mehr als WLAN in der Berufsschule. Es geht uns um Bildungsgerechtigkeit! Wir kämpfen für einen Rechtsanspruch auf einen Ausbildungsplatz und eine gute Ausbildungsqualität auf der Höhe der Zeit für alle jungen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft und ihren sozialen und familiären Voraussetzungen.“

Die Beschäftigten des Tierparks Hagenbeck nutzten den 1. Mai für einen Warnstreik für einen Tarifvertrag. Auf der Bühne übte Betriebsrat Dennis Grabowski Kritik an der Geschäftsleitung des bekannten Hamburger Tierparks: „Die Beschäftigten des Tierparks sind keine Menschen zweiter Klasse. Unsere Entschlossenheit und unser Durchhaltevermögen sind unsere schärfsten Schwerter. Dieser Kampf gilt nicht nur unseren Arbeitsbedingungen, sondern auch dem Wohlergehen unserer Tiere. Wir hören erst auf, wenn wir den Tarifvertrag in unseren Händen halten. Bei unserem Warnstreik und den Aktionen haben wir gezeigt, dass wir uns nicht verstecken müssen. Im Gegenteil, wir müssen Gesicht zeigen. Und dafür sorgen, dass niemand alleine kämpfen muss!“

Die Veranstaltung verlief ohne Zwischenfälle. Auch das Wetter spielte mit, sodass die Teilnehmer*innen bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein für ihre Forderungen eintreten konnten.

"Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Kundgebungen zum 1. Mai und sagen Danke an unsere Kolleg*innen, dass sie ungebrochen solidarisch mit uns auf der Straße waren", sagte Tanja Chawla, Vorsitzende DGB Hamburg. "Die große Zahl der Teilnehmenden hat unterstrichen, dass die Gewerkschaften eine gesellschaftliche Kraft sind, an der es auch zukünftig kein Vorbeikommen geben wird."

Das war 1. Mai 2023 in Hamburg

1. Mai 2023

Das war der 1. Mai 2023 in Bergedorf

DGB Bergedorf

Das war der 1. Mai 2023 in Harburg

Michael Scherber


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