Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 30.04.2002

Der Sonntag darf kein Werktag werden

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Hamburg unterstützt eine Volksgesetzgebung zum Schutz des Sonntags. Er begrüßt ausdrücklich die Initiative der beiden Hamburger Landeskirchen und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Mit einer Volksinitiative soll der Senat aufgefordert werden, in Hamburg keine Ausweitung der Ladenöffnung an Sonntagen zuzulassen, auch nicht in einzelnen Bezirken.
Der Vorsitzende des DGB Hamburg, Erhard Pumm, erklärt dazu:
„Diese Initiative kommt zur rechten Zeit. Der Sonntag ist zu schön, um dem Zeitgeist geopfert zu werden. Eine Rund-um-die-Uhr-Arbeitsgesellschaft würde immer mehr Menschen kaputt und krank machen. Der Sonntag darf kein Werktag werden, sondern muss für Ruhe und Erholung, Familie und Freunde, Besinnung und Kultur erhalten bleiben. Er ist etwas Besonderes, manchen ist der Sonntag sogar heilig.
Was seit ewigen Zeiten undenkbar war, wird jetzt von Flexibilisierern und Marktradikalen zur Disposition gestellt. Aber die Wirtschaft ist für den Menschen da, nicht umgekehrt. Das können die Bürger jetzt mit ihrer Unterschrift unter die Volksinitiative den Politikern und Wirtschaftslenkern klar machen. Bereits am 1. Mai werden zahlreiche Arbeitnehmer und Gewerkschafter ihren Willen bekunden, den Sonntag als Tag der Ruhe zu erhalten. Unsere Initiative wird die Debatte in Hamburg beleben.
Besonders erfreut bin ich, dass bei diesem Thema ein breiter Konsens zwischen Kirchen und Gewerkschaften vorhanden ist. Denn heute, in einer an kalten Zahlen orientierten, globalen Wirtschaftswelt, verbindet uns mehr denn je: Gemeinsam wollen wir eine solidarische und humane Gesellschaft erreichen und bewahren. Der Sonntag als Feiertag gehört dazu.
Bereits jetzt gibt es Sonntagsarbeit, weil dies unumgänglich ist: zum Beispiel in Krankenhäusern, Polizei, Feuerwehr, in Gastronomie und Industrie. Die Arbeitgeber zahlen dafür Zuschläge, weil diese Arbeit eine besondere Belastung darstellt. Eine genereller Sonntagsbetrieb und die Sonntagsöffnung für den Verkauf würden aber das Leben für alle Menschen in der Stadt grundlegend verändern. Jetzt ist der Augenblick da, den Willen der Bürger deutlich zu machen.“

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