Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 20/23 - 29.08.2023

„Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist der Schlüssel für die Gewinnung und Bindung von Fachkräften.“

Viele Unternehmen klagen derzeit über einen steigenden Fachkräftebedarf. Am Mittwoch befasst sich auch die Hamburger Bürgerschaft mit dem Thema.

Tanja Chawla, die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Hamburg, erklärt dazu: „Der Fachkräftebedarf ist zu großen Teilen ein hausgemachtes Problem. Immer weniger Unternehmen sind in Hamburg tarifgebunden. Das wirkt sich nachteilig auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten aus. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist ein Schlüssel für die Gewinnung und Bindung von Fachkräften. Das hat auch eine Beschäftigtenbefragung in Hamburg zum DGB-Index Gute Arbeit gezeigt.“

Die Ergebnisse der Befragung weisen aus, dass 48 Prozent der Hamburger Beschäftigten die Bedingungen in ihrem Job im unteren Mittelfeld einordnen oder gar als „schlechte Arbeit“ empfinden.

Insbesondere beim Thema Arbeitsintensität schnitt Hamburg schlecht ab. Vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen wurde die Arbeitsbelastung als oft zu hoch empfunden, speziell in Bezug auf die körperliche Belastung und atypische Arbeitszeiten wie Wochenend- oder Nachtarbeit.

Besorgniserregend seien auch die Zahlen zur Einkommenshöhe. 37 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass ihr Einkommen nicht ausreichend oder gerade so ausreichend ist.

Knapp die Hälfte der Beschäftigten in Hamburg klagte über keine oder nur geringe Möglichkeiten, sich mit Unterstützung des Betriebs entsprechend den beruflichen Anforderungen weiterqualifizieren zu können.

Hamburgs DGB-Vorsitzende Chawla kommentiert: „Als DGB Hamburg nehmen wir die Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung sehr ernst und setzen uns sowohl im Hamburger Fachkräftenetzwerk als auch im Bündnis für Gute Arbeit dafür ein, die Missstände zu beseitigen und Hamburg zu einer Stadt der Guten Arbeit zu machen. Gute Arbeit ist nach unserer Definition existenzsichernd, entgeltgleich, tarifgebunden, mitbestimmt, sozialversichert und unbefristet. Sie schafft Karrierechancen, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten und stärkt die individuellen Erwerbsbiografien. Sie macht nicht krank, verbindet Privates und Beruf, ist alters- und alternsgerecht. Sie wälzt unternehmerische Risiken nicht auf Beschäftigte ab, sondern schützt umfassend vor wirtschaftlichen Gefahren und vermeidet Erwerbs- und Altersarmut sowie Lohn- und Sozialdumping. Wer den Fachkräftebedarf in den Griff bekommen will, muss sich diese Kriterien zum Maßstab nehmen.“

Hintergrund:

Im Auftrag der Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration wurde im Jahr 2021 erstmals eine Befragung mit dem DGB-Index Gute Arbeit in Hamburg durchgeführt. Der Auswertungsbericht wurde im Frühjahr 2022 im Rahmen des Hamburger Bündnisses für Gute Arbeit vorgestellt. Die Ergebnisse der Befragung liefern ein Bild der Arbeitsbedingungen der abhängig Beschäftigten in Hamburg.

Die Themenfelder, die im Bericht aufgegriffen werden, sollen den politischen Akteuren Anhaltspunkte für den arbeitspolitischen Handlungsbedarf geben. Schwerpunkte sind z.B. die Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Betrieb, die Arbeitszeitlage, körperliche Belastungen oder die Einschätzungen der Beschäftigten zu Einkommen und Rente.


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