Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 20.06.2006

Informationsreise Arbeitsmarkt in Dänemark mit Senator Uldall

Hamburgs DGB-Vorsitzender Erhard Pumm zieht Zwischenbilanz:
„Gründliche Aus- und Weiterbildung, echte Förderung von Arbeitslosen - Hamburg kann von Dänemark lernen“
Nach dem Besuch der Kammern, des Arbeitgeberverbands und des Ministers für Arbeit in Kopenhagen zieht Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg ein positives Zwischenfazit: „Wir bekommen hier sehr interessante Eindrücke vermittelt. In mancher Hinsicht kann Deutschland, auch Hamburg, von dänischer Arbeitsmarktpolitik lernen.“
So sei es auffällig, dass Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften in Dänemark stark bestrebt seien, Probleme im Konsens anzugehen und gemeinsam pragmatische Lösungen zu suchen – häufig mit Erfolg. Der Sozialstaat funktioniere im Nachbarland besser, die Arbeitslosenquote sei deutlich geringer und die Leistung für Arbeitslose besser.
„Hier ist der Begriff ,Förderung’ kein bloßes Schlagwort, sondern man füllt es konkret mit Inhalt. In Gesprächen und Übereinstimmung mit Arbeitslosen findet man die Kompetenzen heraus und darauf aufbauend passgenaue Angebote und Qualifizierungen, die den Weg zurück auf den Arbeitsmarkt beschleunigen“, so Erhard Pumm. „Auch für die Aus- und Weiterbildung junger Leute und Erwachsener wird mehr getan: Entgegen des deutschen Trends zur Ausbildung ,light’, also immer kürzeren Ausbildungsgängen, erlernen dänische Jugendliche ihren Beruf vier Jahre im dualen System, um auf die Herausforderungen der Globalisierung vorbereitet zu sein. Und erwachsene Arbeitnehmer kommen regelmäßig und viel häufiger als in Deutschland in den Genuss von beruflicher Weiterbildung, um am Ball bleiben zu können. Der Beschäftigungsgrad in Dänemark ist vielleicht nicht zuletzt deshalb bei beiden Geschlechtern deutlich höher als in Deutschland.“
Als sehr positiv bewertet Hamburgs DGB-Vorsitzender auch die Tatsache, dass in Dänemark ausnahmslos alle Studierenden Bafög erhalten – „so entsteht kein Mangel an Hochqualifizierten, und auch Kinder aus sozial schwächeren Familien haben die Chance auf eine Hochschulausbildung.“

Kurzer Hintergrund:
- In Dänemark müssen alle Unternehmen Mitglied sein im Arbeitgeberverband
- Der gewerkschaftliche Organisationsgrad beträgt 80 Prozent
- Freiwillige Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosenkasse ist über die Gewerkschaften organisiert. Arbeitgeber beteiligen sich nicht daran, zahlen aber höhere Steuern

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