Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 40/13 - 09.08.2013
DGB-Hamburg kommentiert die aktuellen Zahlen des

„Ausbildungsmarkt in Hamburg ist gespalten“

Uwe Grund, DGB-Vorsitzender in Hamburg: „In Hamburg muss nach wie vor von einem gespaltenen Ausbildungsmarkt ausgegangen werden. Während „gute“ Schulabgänger in diesem Jahr weniger Probleme haben dürften einen Ausbildungsplatz zu bekommen, werden vermeintlich „schwächere“ Jugendliche von relativ starken auswärtigen BewerberInnen weiterhin verdrängt werden. Unternehmen sollten auch vermeintlich „schwächeren“ Jugendlichen Chancen einräumen, zumal es in den letzten Jahren etliche positive Beispiele gab, in denen „schwächere“ Jugendliche durch eine gute begleitete Ausbildung zu mittlerweile geschätzten KollegInnen geworden sind. Die Zeit der Bestenauslese ist vorbei. Ein bisschen mehr Investition in unsere Jugend ist nötig, möglich und lohnend.“ Lediglich 21 Prozent der aktuellen Hamburger Schulabgänger fanden sich Ende Juli als Bewerber in der Statistik der Arbeitsagentur wieder. Diese Zahl ist nicht aussagekräftig, da die Statistik nur diejenigen BewerberInnen erfasst, die sich überhaupt an die Bundesagentur wenden, von ihr als Bewerber anerkannt werden und die Agentur auch wirklich zur Vermittlung beauftragen anstatt sich nur allgemein zu informieren. Selbst wenn es künftig wegen sinkender Schulabgängerzahlen im Hamburger Umland weniger BewerberInnen aus anderen Bundesländern gibt, beinhaltet die Hamburger Statistik die Schwäche, dass sie eben diese BewerberInnen, die auf den attraktiven Hamburger Ausbildungsmarkt drängen, nicht abbildet. Daher ist die Situation auf dem Hamburger Ausbildungsstellenmarkt schlechter als es die Statistik darstellt. Das wird besonders deutlich, weil die Quote der AltbewerberInnen, die also in den vergangenen Jahren keinen direkten Einstieg in die duale Berufsausbildung gefunden haben, bei 53 Prozent liegt.

Christian Kröncke, DGB-Jugend Hamburg: „Wesentlich für die noch suchenden Jugendlichen ist das Verhältnis von unbesetzten Ausbildungsstellen zu bisher nicht vermittelten ausbildungsinteressierten Jugendlichen. Für 100 ausbildungsinteressierte Jugendliche stehen derzeit formal 62 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung. Auffällig ist der seit mehreren Jahren anhaltende Trend von steigenden unversorgten BewerberInnen und gleichzeitig steigenden unbesetzten Ausbildungsplätzen. Etliche Branchen wie beispielsweise das Hotel- und Gaststättengewerbe suchen händeringend Auszubildende. Die Wirtschaft ist an dieser Stelle vom Aussonderer zum Bittsteller geworden. Nun zeigt sich deutlich, welche Branchen um ihre Attraktivität kämpfen und sie müssen die Notwendigkeit erkennen, die Qualität der Ausbildung zu verbessern, die Erhöhung von Ausbildungsvergütungen und Übernahmeperspektiven für die junge Generation endlich umzusetzen. Mit dem Hintertürchen, einen Dienstwagen in Aussicht zu stellen, ist der Problematik auf dem Ausbildungsmarkt nicht sinnvoll entgegenzuwirken.“


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