Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 36/22 - 13.09.2022
Der Hamburger Süden bleibt auf der Strecke:

DGB Hamburg und DGB Harburg fordern zweite Elbquerung, um ÖPNV-Chaos an den Elbbrücken in Zukunft zu verhindern.

Seit dem LKW-Brand unter der S-Bahn-Station Elbbrücken am 08. August 2022 herrscht Chaos im Hamburger Süden. Wer auf dem Weg zur Arbeit oder in die Stadt die Elbbrücken queren muss, muss sich teilweise auf Fahrtzeiten von bis zu zweieinhalb Stunden einstellen. Das sorgt bei vielen Beschäftigten für zusätzlichen Stress. Der DGB Hamburg fordert deswegen gemeinsam mit dem DGB Harburg, dass endlich existierende Konzepte für eine zweite Elbquerung geprüft und zeitnah umgesetzt werden. Bis dahin muss die Mobilität für die vielen Pendler*innen, die täglich aus den Vierteln südlich der Elbe in die Stadt oder zu den Unternehmen im Hamburger Süden fahren, mit zusätzlichen Busverbindungen unterstützt werden. 

Solange der komplette Schienenverkehr zwischen Hamburg und Hannover, Bremen und Stade/Cuxhaven vom Funktionieren der Strecke über die Elbbrücken abhängt, bleibt die Gefahr eines erneuten Zusammenbruchs des gesamten Nord-Süd-Schienenverkehrs weiter bestehen. An der Schienenachse über die Elbbrücken hängt nahezu der gesamte Schienenverkehr von Personen und Gütern zwischen Hamburg und dem Rest Deutschlands bzw. Europas. Die Stadt und die gesamte Metropolregion können es sich nicht erlauben, derart schlecht und ohne Alternativen für Störungsfälle aufgestellt zu sein.

Dazu die Vorsitzende des DGB Hamburg, Tanja Chawla:Um für den Klimawandel gerüstet zu sein und um die Erreichbarkeit der Betriebe mit dem ÖPNV für die Beschäftigten zu gewährleisten, braucht Hamburg dringend eine weitere schienengebundene Elbquerung im Westen Hamburgs für den Personen- und Güterverkehr. Wir erleben im Moment, was passiert, wenn es keine Ausweichmöglichkeit auf der Strecke gibt. Es ist nicht zumutbar, dass Kolleg*innen um 4:30 Uhr das Haus verlassen müssen, wenn sie um 7 Uhr im Büro sein wollen. Eine zusätzliche Elbquerung bietet auch die Möglichkeit, die Erreichbarkeit von Hafenbetrieben auf Finkenwerder, der Dradenau und weiteren großen Gewerbegebieten, die bislang keine ÖPNV-Schienenanbindung haben, deutlich zu verbessern. Nur so werden wir in der Lage sein, nennenswerte Anteile des Pendlerverkehrs zwischen der südlichen Metropolregion und dem Hamburger Nord-Westen vom Auto auf den ÖPNV zu verlagern.

Wolfgang Brandt, Vorsitzender des DGB Harburg ergänzt: „Wir sind seit längerem mit den Betriebsräten der Unternehmen im Hamburger Süden im Austausch. Für die Beschäftigten der Hafenbetriebe auf Steinwerder und Tollerort wären zum Beispiel Pendelbusse zu Schichtwechselzeiten zur S-Bahn-Station Veddel schon eine große Erleichterung. Denkbar wäre, als Entlastung bestehender Verbindungen bis zum Bau der neuen Elbquerung, auch der Einsatz von Tangentialbusse als Xpress-Buslinien durch den A7-Elbtunnel von Neugraben / Neuwiedenthal und Harburg-Rathaus in Richtung S-Bahn Othmarschen. Dazu hat der DGB schon vor einem Jahr ein Konzept für die Mobilität im Hamburger Süden vorgelegt. Wir werden auch weiterhin mit den Betriebsräten vor Ort im Gespräch bleiben und die Entwicklung im Auge behalten.


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