Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 35/19 - 22.11.2019

Zum Tag gegen Gewalt an Frauen

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen hissen Vertreter/-innen von Hamburgs DGB-Gewerkschaften am kommenden Montag, 25. November um 13 Uhr eine Fahne vor dem Gewerkschaftshaus mit der Aufschrift „Nein zu Gewalt an Frauen“.

„Sexuelle Belästigung und Übergriffe am Arbeitsplatz sind nach wie vor ein riesiges Problem. Darüber zu reden vielfach ein Tabu. Wir wollen Beschäftigte, Auszubildende, Frauen und Mädchen ermutigen, sich gemeinsam zu wehren“, so Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger.

Laut einer Studie, die im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes kürzlich erschienen ist, waren 13 Prozent der beschäftigten Frauen in Deutschland im Zeitraum der letzten drei Jahre von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betroffen.

Karger begrüßt, dass im Juli dieses Jahres mit der Verabschiedung der Konvention 190 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) erstmals eine Einigung auf eine weltweit gültige Definition von Gewalt und sexueller Belästigung erzielt worden ist.

„Das ist ein klares Null-Toleranz-Signal gegen Gewalt und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Die Bundesregierung muss Übereinkommen jetzt umsetzen“, fordert Karger.

Der DGB weist darauf hin, dass die Unternehmen gesetzlich verpflichtet sind, gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vorzugehen (§ 12ff. AGG). Sie müssen vorbeugende Maßnahmen treffen, ihre Beschäftigten schulen, Beschwerdestellen einrichten sowie die Belegschaft über das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) informieren. Im Fall einer sexuellen Belästigung müssen die geeigneten Maßnahmen gegenüber belästigenden Beschäftigten ergriffen werden. Dazu gehören Abmahnung, Umsetzung, Versetzung oder Kündigung.

Vor allem Führungskräfte brauchen Fortbildung. „Es fehlt in vielen Betrieben an Ansprechpartner/-innen, Beratungsangeboten, Notrufnummern und Aushängen am Schwarzen Brett“, so Karger.

Hintergrund: Was ist die ILO?

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UNO). Sie ist "tripartistisch" organisiert, das heißt: Drei Gruppen bestimmen in den Versammlungen der ILO gleichberechtigt mit:

Vertreterinnen und Vertreter der Regierungen der UNO-Mitgliedsländer (wie bei anderen UNO-Organisationen auch)
Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitnehmer (Gewerkschaften)
Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitgeber
 

Hier geht es zur Konvention 190 im Wortlaut.


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