Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 28/19 - 13.09.2019

Cruise Days: Kreuzfahrtanbieter müssen mehr Verantwortung übernehmen

Anlässlich der Cruise Days hat Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger die Arbeitsbedingungen und Löhne auf vielen Kreuzfahrtschiffen kritisiert. „Wer es sich auf dem Sonnendeck gemütlich macht darf nie vergessen, wie es im Bauch des Schiffes aussieht. Dort schuften die Angestellten für Mini-Löhne und knüppeln reihenweise Überstunden. Die großen Unternehmen schöpfen riesige Gewinne in einem boomenden Markt ab, während bei den Beschäftigten davon nicht viel ankommt. Dabei nutzen die Unternehmen aus, dass die Löhne immer noch höher liegen als in den Heimatländern vieler ihrer Beschäftigten.“

Im Rahmen der Aktionswoche Baltic Week hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zusammen mit der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) bis heute auch in Hamburg Aktionen zum Schutz und zur Verbesserung von Lohn- und Arbeitsbedingungen der Seeleute an Bord von Seeschiffen durchgeführt. Die Baltic Week endet heute.

Maya Schwiegershausen-Güth, Leiterin der ITF-Billigflaggen Kampagne bei ver.di fordert die Unternehmen zu mehr Transparenz über die Arbeitsbedingungen bei ihnen an Bord auf. „Beschäftigte, die viele Monate weg von ihrer Heimat und getrennt von ihrer Familie sind, brauchen besondere Führsorge. Das fängt bei Ruhetagen an und hört bei der Möglichkeit zu freier Internetnutzung auf. Hier erwarte ich, dass die Kreuzfahrtanbieter Flagge zeigen und öffentlich machen, was bei ihnen an Bord los ist.“

Zudem müssten die großen Unternehmen die Arbeitsverträge mit ihren Beschäftigten direkt abschließen und das nicht über Subunternehmen regeln. „Die Kreuzfahrtanbieter müssen klar Verantwortung übernehmen“, so Schwiegershausen-Güth.

Auch die Stadt könne etwas tun, so Karger, indem sie zum Beispiel transparente und faire Arbeitsbedingungen zur Voraussetzung mache, um mit einem Kreuzfahrtschiff im Hafen anlegen zu dürfen.


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