Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 27.10.2006

Studie: Über 41 Prozent der Hamburger Jobsuchenden fühlen sich diskriminiert


Jetzt das neue Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) nutzen!
Als erschreckend bezeichnet der DGB Hamburg das Ergebnis der repräsentativen Erhebung eines internationalen Personaldienstleisters*, wonach sich bundesweit 46,5 Prozent, in Hamburg 41,2 Prozent der Jobsuchenden während der letzten fünf Jahre diskriminiert fühlen.
Danach glauben besonders junge (unter 21-jährige) und ältere Jobsucher (über 45 J.) sowie Frauen, dass sie schon einmal wegen ihres Alters oder ihres Geschlechts Nachteile bei einer Bewerbung erlitten haben.
„Dass diese Aussagen nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigen die Zahlen der Realität, so Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg: „Tatsächlich herrscht Ausbildungsplatznot, eine extrem hohe Arbeitslosenquote unter Älteren, und Frauen werden nach wie vor häufig auf schlechter dotierten und qualifizierten (Teilzeit)-Stellen eingesetzt. Den Jungen wirft man mangelnde Ausbildungsreife oder Erfahrung vor, den Älteren, dass sie nicht flexibel, schnell genug oder lernfähig seien und Frauen unterstellt man - meist nicht offen - dass sie wegen der Kinder ausfallen, die kommen könnten oder schon da sind. So liegt der Verdacht nahe, dass manche Firmen bestimmte Bewerbergruppen auf Grund von Vorurteilen von vornherein ausgrenzen."
Interessant sei dabei, so Hamburgs DGB-Vorsitzender, dass weniger über Diskriminierung geklagt werde, wenn die Leute erstmal im Job sind. Laut Studie fühlten sich nämlich „nur“ noch knapp 24 Prozent der Hamburger Beschäftigten während der letzten fünf Jahre diskriminiert. „Natürlich ist auch dieser Wert
nicht akzeptabel, zeigt aber, dass die Arbeitnehmer sich weniger benachteiligt fühlen, wenn sie die Chance bekommen, im Unternehmen ihre Fähigkeiten zeigen zu können."
Ob die Diskriminierung nun bei der Jobsuche oder -ausübung passiert: Es sei gut, dass Arbeitnehmer und Betriebsräte mit dem neuen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ein Instrument an die Hand bekommen haben, um die Benachteiligungen endlich wirksam unterbinden zu können, so Erhard Pumm.
Um besser zu erkennen, wann eine Diskriminierung vorliegen könnte und welche Schritte dann einzuleiten sind, hat der DGB eine Checkliste für Betroffene und Betriebs/Personalräte erstellt. Sie ist abrufbar unter www.dgb-hamburg.de, Rubrik Infomaterial und Tipps.

* Erhebung des internationalen Personaldienstleisters "Kelly Services" – es wurden insgesamt mehr als 70.000 Menschen in 28 Ländern nach bestimmten Parametern ausgewählt und befragt, davon über 2.000 in Deutschland und 558 in Hamburg.
Weitere Details aus der Studie:
Insgesamt 46 Prozent der deutschen Studienteilnehmer fühlte sich bei Bewerbungen in den letzten fünf Jahren ungerecht behandelt. Als Gründe geben die Befragten vor allem das Alter (26 Prozent), das Geschlecht (neun Prozent), die Hautfarbe (sieben Prozent) und Behinderungen (zwei Prozent) an. Grundsätzlich haben Frauen mit knapp 50 Prozent häufiger den Eindruck diskriminiert zu werden als Männer (44 Prozent). Konkret glauben 15 Prozent der Frauen und vier Prozent ihrer männlichen Mitbewerber, dass die Entscheidung aufgrund ihres Geschlechts zu ihren Ungunsten ausgefallen ist. Von Diskriminierung auf Grund von Alter sind sowohl sehr junge als auch ältere Arbeitnehmer betroffen. Rund 65 Prozent der Befragten, die älter als 45 sind, gaben an, wegen ihres Alters ungerecht behandelt zu werden. Aber auch 21 Prozent der Befragten unter 21 Jahren glauben, durch ihr Alter Nachteile gehabt zu haben.

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