Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 01.05.2005

1. Mai 2005 in Hamburg

Rund 7100 Teilnehmer/innen nahmen hamburgweit an den
Demonstrationen und Kundgebungen zum Tag der Arbeit teil
Motto: Du bist mehr. Mehr als eine Nummer. Mehr als ein Kostenfaktor. Du hast Würde. Zeig’ sie!
Vor rund 5 000 Teilnehmer/innen und bei strahlendem Sonnenschein hielt Franziska Wiethold vom ver.di-Bundesvorstand auf dem Großneumarkt ihre engagierte Rede zum Tag der Arbeit.
In Harburg - hier sprach u.a. Dr. Henning Voscherau - nahmen ca. 1500 Menschen an den Demos und Kundgebungen teil, in Bergedorf rund 600.
Auf der Haupt-Demo, die auch am Messegelände vorbei führte, entrollten Kollegen der IG Bauen Agrar Umwelt spontan ein sieben Meter langes Transparent von einem Kran, um Lohn- und Sozialdumping bei den Baubeschäftigten anzuprangern.
Besonders zahlreich waren in diesem Jahr auch die Studierenden vertreten, die vor allem gegen die Einführung von Studiengebühren protestierten.
In ihrer Rede ging Franziska Wiethold u.a.auf die aktuelle Kapitalismus-Kritik ein und forderte die Bundesregierung und den CDU/CSU-Arbeitnehmerflügel auf, den berechtigten Vorwürfen gegen raffgierige Unternehmer nun auch Taten folgen zu lassen. Sie machte deutlich, dass es keine weitere Senkung der Unternehmenssteuern geben dürfe, die Vermögenssteuer eingeführt und Steuerschlupflöcher gestopft werden müssten.
Dass Lohnzurückhaltung Arbeitplätze schaffe, sei eine Mär. „Dann müssten wir schon lange Vollbeschäftigung haben“, so Franziska Wiethold. Aber stattdessen gebe es in Deutschland über fünf Mio. Arbeitslose und es stagnierten die Nettoeinkommen, während sich in den letzten 10 Jahren die Gewinne verdoppelt hätten.
Wiethold sprach auch die Einschnitte bei Kranken- und Rentenversicherungen an und kritisierte den Umgang mit älteren Arbeitnehmern, die schon mit knapp über 50 kaum noch einen Job fänden. Es sei nicht hinnehmbar, dass die Renten gekürzt würden und trotz Massenarbeitslosigkeit die Lebensarbeitszeit verlängert würde. Franziska Wiethold: „Arbeitslose dürfen keinen einzigen Job mehr ablehnen – wieso dürfen eigentlich Arbeitgeber Arbeitssuchende nur wegen ihres Alters ablehnen? Das ist eine Diskriminierung, die hoffentlich demnächst auch durch das Antidiskriminierungsgesetz unmöglich gemacht wird!“
Die Rednerin appellierte auch an die Regierungen, endlich eine familienfreundlichere Politik zu gestalten, prangerte den Sozialabbau durch Hartz IV und Niedriglöhne an, forderte Mindestlöhne und warnte vor Arbeitszeitverlängerungen, die weitere Arbeitsplätze kosten würden.
Sie forderte neue Aktionsformen: „Unternehmen, die Arbeitsplätze vernichten, Belegschaften erpressen, Betriebsräte verhindern, sollten wir von innen und außen anpacken: Wir sollten sie an die Öffentlichkeit zerren! Wir sollten unsere Macht als Kunden nutzen, um den Beschäftigten Mut zu machen und die Arbeitgeber zu fordern.“
Abschließend rief Franziska Wiethold der Menge zu: „Lasst uns kämpfen für soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde, für Demokratie und Freiheit. Solidarität ist unsere Kraft!“


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