Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 06.02.2001

Hamburger Betriebe schöpfen Möglichkeiten nicht aus, um Beschäftigung zu sichern - Bei über 77.000 Arbeitslosen muss jetzt der Senat Beschäftigungspolitik in den Mittelpunkt stellen !

Im vergangenen Jahr haben sich nach Informationen des DGB in Hamburg 61.287 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet. Sie mussten sich im Laufe des Jahres 2001 nach vorangegangener Erwerbstätigkeit arbeitslos melden. Das Arbeitsamt habe aber insgesamt ca. 100.000 Menschen dieses Jahres in Arbeit vermittelt. Dabei gibt es einen Wermutstropfen: Ein erheblicher Teil der Vermittelten konnte nur für wenige Tage Arbeit finden.
In diesen Zahlen sieht der DGB einen Beleg dafür, dass die Fluktuation am Arbeitsmarkt größer ist, als die monatliche Arbeitslosenstatistik zeigt. „Angesichts der hohen Zahl von Entlassungen könne keinesfalls von einer Beschäftigungsbremse des Kündigungsschutzes gesprochen werden“, so Pumm. Es sei Gift für den Arbeitsmarkt, wenn Arbeitgeberverbände und Kammern fordern, jetzt noch leichter Leute auf die Straße setzen zu können. Jetzt komme es vielmehr darauf an, bei betrieblichen Krisen stärker die Hilfen des Arbeitsamtes zu nutzen und eine kurzatmige Politik des Heuerns und Feuerns zu vermeiden.
Pumm bemängelte, dass Unternehmen bisher weder das Instrument der Sozialplanzuschüsse noch die Möglichkeiten zur Qualifizierung während der Kurzarbeit ausreichend nutzen. Das neue Job-Aqtiv-Gesetz eröffne neue zukunftsorientierte Instrumente für eine betriebliche Personalpolitik. So könnten Betriebe auch bei Job-Rotation gefördert und in kleinen und mittleren Unternehmen die Weiterbildung für ältere Beschäftigte finanziell unterstützt werden.
„In schwierigen Zeiten dürfen Unternehmen nicht in Panik verfallen“, so Pumm. Viele Unternehmen würden gerade in Wachstumsphasen dann Marktanteile verlieren, wenn sie sich zuvor auf personelle Einsparungen konzentrierten. Nicht das einseitige Herunterschrauben von Personalkosten, sondern die Vorbereitung auf den nächsten Aufschwung sei entscheidend. Im Interesse von Betrieben und Beschäftigten sollten die Chancen des neuen Job-Aqtiv-Gesetzes voll genutzt werden.

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