Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 23.07.2006

Zahl der Bafög-Empfängerinnen in Hamburg steigt weiter

Hamburger Studierende sind überdurchschnittlich häufig auf Vollförderung angewiesen

Immer mehr Studierende brauchen schon jetzt finanzielle Unterstützung vom Staat – Studiengebühren werden die Lage verschärfen

Neueste Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen die bundesweit überdurchschnittliche finanzielle Bedürftigkeit Hamburger Studierenden.
Angesichts der steigenden Zahl von BAFÖG-Empfängern in Hamburg (2000: 9740, 2005: 14 584 Studierende) ist es besonders schädlich, ihnen nun auch noch Studiengebühren aufzubrummen und damit ihre finanzielle Situation zu verschärfen, kritisiert der DGB Hamburg.
Während im Bundesdurchschnitt 38,1 Prozent der Bafög-Empänger eine Vollförderung erhielten, waren es in Hamburg 42,6 Prozent. Auch der durchschnittliche Förderungsbetrag pro Student und Monat lag in Hamburg mit 419 Euro deutlich über dem deutschlandweiten Förder-Satz in Höhe von 375 Euro und sogar höher als in der Großstadt Berlin (408 Euro).
Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg: „Offenbar können Studierende immer weniger auf finanzielle Unterstützung aus dem Elternhaus, Einkommen aus Jobs oder andere Reserven zurückgreifen – Hamburgs Studierende werden ärmer. Zum einen sind Studi-Jobs rar, und auch die schlechte Arbeitsmarktsituation ist ein Grund: In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und sich ausbreitendem Niedriglohnsektor können viele Eltern ihren Kindern nicht mehr finanziell unter die Arme greifen, so dass Bafög beantragt werden muss.
Wenigstens BAFÖG-Empfänger, die ihre Bedürftigkeit durch seitenlange Anträge belegt haben, hätte man von der Zusatzbelastung der Studiengebühr ausnehmen müssen. Gerade potentielle Studierende aus ärmeren Haushalten werden so von vornherein von einem Hochschulbesuch abgeschreckt, weil sie nicht mit einem Schuldenberg ins Berufsleben starten wollen. Schließlich wird auch das Bafög nur zur Hälfte als Zuschuss, die andere als Darlehen gewährt.“ (Die Rückzahlungssumme vermindert sich für die Jahrgangsbesten und diejenigen, die das Darlehen im Anschluss in einer Summe zurückzahlen. So wurden in Hamburg im Jahr 2005 53 Prozent als Zuschuss gewährt, 47 Prozent der staatlichen Leistungen mussten zurückgezahlt werden.)
Dem bereits existierenden Trend, dass vor allem Kinder aus einkommensstarken Familien ein Studium aufnehmen, müsse im Sinne der Chancengerechtigkeit in der Bildung gegengesteuert werden, so Hamburgs DGB-Vorsitzender. „Hier ist der Hamburger Senat in der Mitverantwortung.“


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