Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 15/21 - 01.06.2021

Angebot an Ausbildungsplätzen: Dramatischer Rückgang

In Hamburg ist die Zahl der angebotenen betrieblichen Ausbildungsplätze um neun Prozent auf 8.084 Plätze zurückgegangen. Im Vergleich zum Mai 2019 ist das sogar ein Minus von 21 Prozent. Da waren es noch 10.200 Ausbildungsplätze.

Schon 2020 war die Zahl in Hamburg um 11,5 Prozent niedriger als im Vorjahr. Im Bundesvergleich war das damals das stärkste Minus (Bund: -4,9 Prozent). Dabei gibt es genug ausbildungswillige Jugendliche in Hamburg. Allein in der Statistik der Agentur für Arbeit finden sich 5.396 Interessierte. Dazu kommen noch diejenigen, die sich ohne Hilfe der Arbeitsagentur einen Ausbildungsplatz suchen.

Wir müssen den Ausbildungsmarkt grundsätzlich neu ordnen

Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger: „Das sinkende Ausbildungsangebot der Betriebe in Hamburg ist alarmierend, dadurch werden die Zukunftsperspektiven junger Menschen verbaut. Arbeitgeber und Politik müssen jetzt alle Möglichkeiten ergreifen, diesen Trend umzukehren. Appelle und Gesprächsrunden zwischen Senat und Arbeitgeberverbänden reichen nicht mehr. Wir wissen schon lange, wie sehr sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt zuspitzt. Die finanziellen Unterstützungsangebote vom Bund scheinen da offenbar auch kaum zu wirken. Wenn es die Wirtschaft nicht hinbekommt, dann brauchen wir nachhaltige Maßnahmen, die den Ausbildungsmarkt grundsätzlich neu ordnen und mehr Perspektiven für junge Leute schaffen.

Die Akzeptanz der dualen Berufsbildung muss grundsätzlich gesichert werden. Notwendig ist eine umlagefinanzierte Ausbildungsgarantie. Von ausgebildeten Fachkräften profitieren schließlich alle Unternehmen, also müssen sich endlich auch alle an der Finanzierung beteiligen. Mit den Geldern der Umlage soll insbesondere die Anzahl und die Qualität der betrieblichen Ausbildungsplätze gesteigert wird. Diese Garantie muss immer die Möglichkeit umfassen, die Ausbildung komplett zu absolvieren und eine Abschlussprüfung zu machen.“

So treiben wir die weitere soziale Spaltung der Gesellschaft voran

Der starke Rückgang des Ausbildungsplatzangebotes sei nicht nur durch die Pandemie zu erklären, so Karger. Schon vor Corona hatte Hamburg im bundesweiten Vergleich die niedrigste Ausbildungsquote. Laut Zahlen des BIBB (Bundesinstitut für Berufliche Bildung) aus dem Jahr 2019 bildeten damals nur 17 Prozent der Hamburger Betriebe aus.

Lars Geidel, Sprecher der DGB-Jugend Hamburg: „Es ist verheerend, wenn junge Leute mit Frust ins Berufsleben starten, weil sie keinen Ausbildungsplatz finden. Wir brauchen ein größeres Angebot, damit Jugendliche auch da landen wo sie hinwollen. Warteschleifen und Übergangsmaßnahmen führen nur zu Resignation. Wer dann aufgibt, landet schnell im Niedriglohnsektor mit schlechten Arbeitsbedingungen. Das wirkt sich auf das gesamte Berufsleben bis hin zur Rente aus. Gerade Jugendliche mit niedrigeren Schulabschlüssen sind davon betroffen. So treiben wir die weitere soziale Spaltung der Gesellschaft voran.“


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