Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 05.04.2006

Aktionsplan zur Integration junger Migratininnen

Schritt in die richtige Richtung – nun müssen konkrete Taten folgen
Gesamte Ausbildungssituation muss besser werden!
Für einen guten Vorstoß, dem konkrete und auf Dauer angelegte Taten folgen müssen, hält der DGB Hamburg den heute im Gästehaus vereinbarten Aktionsplan zur Integration junger Migrant/innen. Auch der DGB Hamburg ist daran beteiligt.
„Man darf das Thema Ausbildungsplätze für Migrant/innen nicht von der gesamten Ausbildungssituation abkoppeln“, sagt Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg. „In Hamburg haben insgesamt nur noch ca. 40 Prozent der Jugendlichen an Berufsschulen einen Ausbildungsplatz im dualen System, nur rund 16% aller Hamburger Unternehmen bilden aus. Mit immer mehr außerbetrieblicher Ausbildung und vollzeitschulischen Maßnahmen setzt sich die Verstaatlichung des Berufsbildungssystems fort. Betroffen sind insbesondere junge Migrant/innen, die überproportional in den sog. Warteschleifen vertreten sind. Da ist es zwar ein Zeichen des guten Willens, 1000 Ausbildungsplätze für diese Zielgruppe zu schaffen. Es darf dabei aber nicht zu Austauschprozessen kommen, sondern die Unternehmen müssen insgesamt deutlich mehr zusätzliche Lehrstellen zur Verfügung stellen.“
„Positiv sind an diesem Aktionsplan insbesondere zwei Punkte zu bewerten“, so Hüseyin Yilmaz, Berater in der Abteilung Migration, Projekt arbeitsmarktpolitische Integration junger Migrant/innen des DGB Hamburg:
„1. Zum ersten Mal wird festgeschrieben, dass auch der Öffentliche Dienst den Anteil junger Migrant/innen in der Ausbildung erhöhen will. 2. ist es erfreulich, dass die Unternehmen ein interkulturelles Einstellungsverfahren erarbeiten wollen, mit dem künftig hoffentlich die spezifischen Fähigkeiten der Migrant/innen - etwa Mehrsprachigkeit und bikulturelle Kenntnisse - besser erfasst und gewürdigt werden. Wer etwa deutsch, englisch und türkisch spricht und die Gepflogenheiten und Besonderheiten der türkischen Kultur kennt, kann eine enorme Bereicherung für Unternehmen sein, die mit der Türkei Handel treiben. Genau diese besonderen Fähigkeiten fallen nach bisherigen Auswahlverfahren, bei denen zunächst auf Schulabschlüsse und Noten geschaut werde, häufig unter den Tisch. Jugendliche mit Migrationshintergrund werden so häufig erst gar nicht zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen.“
Die idee, Migrant/innen besser in Ausbildung und Arbeit zu bringen, ist übrigens nicht neu: Bereits zu Zeiten der SPD/GAL-Regierung in Hamburg hate es ähnliche (Stadtteil)- Kooperationen von Arbeitsamt, Kammern, Verbänden, Gewerkschaften und Betrieben gegeben, die dann aber durch den Regierungswechsel zunächst zum Erliegen kamen. Damals erstreckte sich das Engagement nicht nur auf junge Menschen mit Migrationshintergrund, sondern auf alle benachteiligten Jugendlichen.

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