Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 46/20 - 20.11.2020

DGB warnt vor steigender Armut in Hamburg

Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger warnt angesichts der Corona-Krise vor erheblich steigender Armut in Hamburg: „Trotz umfassender staatlicher Hilfsmaßnahmen und Kurzarbeitergeld kommen  immer mehr Menschen finanziell nicht mehr klar. Die Schuldnerberatungen sind voll. Die Krise trifft diejenigen ohne Job oder mit niedrigen Einkommen am heftigsten. Die soziale Schere geht durch Corona immer weiter auseinander. Da muss gegengesteuert werden.“ 

Laut dem heute veröffentlichten Armutsberichts des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes lag die Armutsquote in Hamburg 2019 bei 15 Prozent. Besonders betroffen waren vor Corona besonders Ältere, aber auch Ein-Personen-Haushalte oder Alleinerziehende.  

Zudem hatte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut (WSI) gestern seinen Verteilungsbericht vorgelegt. Daraus geht hervor, dass  Menschen die zuvor schon wenig hatten, besonders oft und besonders hart von wirtschaftlichen Verlusten betroffen seien. 

Der DGB fordert deswegen 

- Menschen mit niedrigem Einkommen gezielt zu unterstützen, zum Beispiel mit einem höheren Kurzarbeitergeld 

- eine Verlängerung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld I.       

- die dauerhafte Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes auf ein „armutsfestes“ Niveau. 

- Unterstützung von Menschen in Grundsicherung 

-  einen Mindestlohn in Höhe von 12 Euro 

- eine Kindergrundsicherung 

Karger: „Langfristig brauchen wir aber vor allem den Abbau von prekärer Beschäftigung und eine Stärkung der Tarifbindung. Denn gerade Menschen in unsicheren Arbeitsverhältnissen zahlen jetzt die Zeche. Tarifverträge schützen dagegen viele vor zu großen Einkommensverlusten.“ 

Außerdem müsse gerade in Hamburg auch die Verteilungsfrage gestellt werden. „Die Ungleichheit macht sich in dieser reichen Stadt besonders bemerkbar. Deswegen müssen wir hier nicht nur auf die Armut, sondern auch auf die Vermögen schauen. Auf dieser Basis brauchen wir eine Debatte darüber, wer sich wie stark an den Kosten der Krise beteiligt“, so Karger. 


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