Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 27/18 - 23.10.2018

„Die miesen Jobs von heute bringen die Altersarmut von morgen“

Trotz Rente arbeiten zu gehen ist für viele Senior/-innen keine Frage des Wollens, sondern des Müssens. Darauf hat Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger am Rande der heutigen Veranstaltung „Ich kann! Ich will! Ich muss! – Arbeit im Alter” des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt der Nordkirche hingewiesen: „Gerade in Hamburg mit den hohen Lebenshaltungskosten stehen Ältere unter großem finanziellem Druck. Eine aktuelle IAB-Studie bestätigt, dass die Hälfte der Rentnerinnen und Rentner aus finanziellen Gründen weiter arbeiten gehen müssen. Erwerbstätigkeit im Alter darf aber kein Normalzustand werden“, so Karger. 

Ein Grund für diese Entwicklung sieht Karger auch in der modernen Arbeitswelt: „Die prekäre Beschäftigung in miesen Jobs bei schlechter Bezahlung ist die Altersarmut von morgen. Die ersten Auswirkungen können wir bereits heute beobachten: die steigende Zahl der älteren Grundsicherungsbezieher/-innen. Zudem schaffen es die meisten Menschen wegen des enormen Arbeitsdrucks gar nicht bis zur Rente. Die sind dann besonders von Altersarmut bedroht.“ In Hamburg sind gerademal 8,6 Prozent aller 65-jährigen bis zur Regelaltersgrenze sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

"Die Gesellschaft braucht die Erfahrung der Älteren und es ist gut, wenn Senior/-innen selbstbestimmt entscheiden können, wann und wo sie diese weitergeben. Wer freiwillig im Alter aktiv sein will und es gesundheitlich auch noch kann, dem soll die Möglichkeit gegeben werden“, so Karger weiter. Bei einer guten Rente sei genügend Zeit für sinnvolle Tätigkeiten. Dafür würden aber flexible und individuelle Übergänge vom Erwerbsleben in den Ruhestand benötigt. Starre Regelungen wie die Rente mit 67 seien wenig hilfreich. "Jeder darf, aber niemand muss. Das muss die Regel sein“, so Karger.


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