Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 21/20 - 08.05.2020

DGB fordert Hamburger Sonderfonds Kurzarbeitergeld Plus

Um die Gefahr von sozialen Schieflagen in der Corona-Zeit abzufangen, fordern der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften einen Hamburger Sonderfonds, aus dem das Kurzarbeitergeld (KuG) auf mindestens 80 Prozent aufgestockt wird. Hintergrund ist, dass die beschlossene Erhöhung im Bund von 60 bzw. 67 Prozent auf maximal 87 Prozent erst ab dem 4. bzw. 7. Monat greift. 
 
Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger: „Das ist für viele Menschen im Niedriglohnsektor oder mit Kindern viel zu spät. Gerade in den ersten Wochen des Kurzarbeitergelds spüren sie die harten Einschnitte durch wegbrechende Löhne am stärksten. Wir müssen ein Abrutschen der Beschäftigten in die Grundsicherung verhindern und gleichzeitig die konsumtive Nachfrage stärken. Dafür sollte die Stadt das Kurzarbeitergeld auf mindestens 80 Prozent aufstocken, bis die Erhöhung durch den Bund greift. Wenn Milliardenbeträge zur Rettung der Wirtschaft unseres Landes aufgebracht werden, ist es im Sinne der sozialen Ausgewogenheit genauso angebracht, für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer notwendige Unterstützungsleistungen anzupassen.“
 
Nach DGB-Schätzung belaufen sich die einmaligen Kosten in Hamburg hierfür auf einen höheren zweistelligen Millionenbetrag. Gegenzurechnen wären eingesparte Aufwendungen für die Grundsicherung. Aktuelle Daten vom Jobcenter Hamburg zeigen, dass bereits jetzt die Aufstocker auf KuG bei gut 20 Prozent aller eingehenden Anträge liegen.


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