Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 31.05.2006

Fast 10 Prozent weniger Ausbildungsstellen in Hamburg


DGB Jugend Hamburg:
Immer mehr Jugendliche verschwinden aus der Statistik – besonders Migrant/innen
In Hamburg sind im vierten Jahr in Folge die gemeldeten
Berufsausbildungsstellen gesunken, kritisiert die DGB Jugend Hamburg und fordert Arbeitsagentur, Kammern und Senat auf, Lippenbekenntnissen und bunten PR-Aktionen nun Taten folgen zu lassen und das Problem der Ausbildungsmisere konkret und nachhaltig anzugehen.
Innerhalb eines Jahres gingen die Berufsausbildungsstellen von 7.776 auf nur noch 7.055 zurück – ein Minus von 9,3 % in nur einem Jahr! Die Zahl der noch nicht vermittelten Bewerber stieg in diesem Zeitraum um 53,7 Prozent.
Olaf Schwede, Vorsitzender der DGB-Jugend Hamburg: „Wie bereits im letzten Jahr werden immer mehr Jugendliche nicht mehr als Bewerber anerkannt und verschwinden somit aus der Statistik – trotz steigender Schulabgängerzahlen.“
Die Zahl derer, die bei der Arbeitsagentur zum Thema Berufsausbildung Rat suchten, nahm zwar um 6,4 % zu (auf 22.650 Ratsuchende), die gemeldeten Bewerber jedoch um 6,3 % ab (auf 6.410 gemeldete und anerkannte Bewerber).
„Die Arbeitsagentur siebt im Vorfeld schon extrem – und selbst denen, die für ,würdig’ befunden wurden, als Bewerber registriert zu werden, ruft man noch hinterher, dass ihre Ausbildungsfähigkeit fraglich sei“, kritisiert Olaf Schwede. „Hier lenkt man von strukturellen Problemen und der weit verbreiteten Ausbildungsunwilligkeit der Unternehmen ab und schiebt die Schuld auf die Schwächsten im Glied: Jugendliche, die auf einen guten Start ins Arbeitsleben angewiesen sind.“
Auffällig sei zudem, dass immer mehr Jugendliche mit
Migrationshintergrund nicht mehr als Bewerber geführt werden und damit aus
der Statistik fallen. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der statistisch
geführten Bewerber mit Migrationshintergrund um 21 % ab, obwohl diese Gruppe
fast gleich bleibend bei den Arbeitsagenturen in Sachen Berufsausbildung um
Rat nachsuchte (-3,5 im Vergleich zum Vorjahr).
„Man kann nicht einerseits anprangern, dass sich Jugendliche mit Migrationshintergrund nicht integrieren lassen und ihnen dabei gleichzeitig die Grundlage für eine gelungene Integration verweigern: eine fundierte Ausbildung, mit der sie später aus eigener Kraft ihr Leben bestreiten können“, sagt Hamburgs DGB-Jugend-Vorsitzender. „Da helfen dann auch einzelne Projekte zur Eingliederung von arbeitslosen Migrant/innen nicht viel.“

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