Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 07.09.2004

Volksbegehren Bildung ist keine Ware ein Riesenerfolg für die Jugend

Senat muss das Votum der Schüler und Auszubildenden ernst nehmen – sonst droht Politikverdrossenheit
Das ist ein überwältigendes Ergebnis für die Initiatoren des Volksbegehrens „Bildung ist keine Ware“: 120 985, fast die doppelte Anzahl der Unterschriften, die für ein erfolgreiches Volksbegehren notwendig gewesen wären, konnten die Initiatoren heute dem Landeswahlleiter im Rathaus überreichen: „Das ist eine deutliche Kritik und Richtungsentscheidung des Volkes an die Adresse des Senats und eine Abfuhr an die Position der Handelskammer“, sagt Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg. „Die Menschen wollen nicht, dass die Hamburger Beruflichen Schulen von der Wirtschaft dominiert werden, sie wollen keine andere Trägerschaft.
„Ein dicker Dank gilt allen Aktiven der Gewerkschaftsjugend“, sagt Olaf Schwede, Sprecher der DGB-Jugend. „Mit großem Engagement haben sie diskutiert, überzeugt, Unterschriften gesammelt und die Berufsschüler/innen animiert, sich für ihre Belange einzusetzen.“ An 20 Berufsschulen hat es Veranstaltungen gegeben, darunter zehn Schülervollversammlungen. „Das Volksbegehren hat insofern auch zum politischen Bildungsprozess beigetragen,“ so Olaf Schwede, „viele Jugendlichen haben sich zum ersten Mal mit den Strukturen der Berufsschulen und dem Volksgesetzgebungs-verfahren beschäftigt. Sie haben ihre Sache selbst in die Hand genommen und sich für ihre Ziele gekämpft. So hat zum Beispiel allein eine Klasse einer Fachschule für Sozialpädagogik 400 Unterschriften zusammengetragen.“
Gerade weil die Jugendlichen besonders aktiv waren, sei es wichtig, dass der Senat das Votum gegen die Privatisierung der Berufsschulen ernst nehme und nicht ebenso mit Füßen trete wie den Volksentscheid zum LBK. Olaf Schwede: „Sonst muss er sich vorhalten lassen, die Politikverdrossenheit der Jugendlichen erst richtig gefördert zu haben.“
Jetzt sei die Stunde gekommen, sich inhaltlich mit den Reformvorschlägen des DGB zu den Beruflichen Schulen zu befassen.
Erhard Pumm: „Deshalb sollte sich Bildungssenatorin Dinges-Dierig endlich dazu durchringen, mit dem DGB das bereits seit Mai geplante Gespräch über die Beruflichen Schulen zu führen. Bislang zog sie es vor, ein solches Treffen immer wieder zu verschieben. In Anbetracht des erfolgreichen Volksbegehrens kann die Senatorin die Gewerkschaftsargumente zur Reform der Beruflichen Schulen jedoch nicht länger ignorieren!“



Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt Pressestelle

Felix Hoffmann

Felix Hoffmann (Foto:Peter Bisping)

Pressearbeit

Felix Hoffmann

Tel: 040/60 77 66 112
Fax: 040/60 77 66 141
Mobil: 0175/72 22 415

Pressefoto Katja Karger

 

 

Katja Karger

Katja Karger (Foto: Peter Bisping)