Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 23.02.2007

Gewerkschafter zogen aus, das Gespenst

„Ein Gespenst ging heute in Hamburg um, das Gespenst einer Rente mit 67. Die Hamburger Gewerkschaften zogen aus es zu vertreiben“, erläuterte der DGB-Vorsitzende Erhard Pumm den gewerkschaftlichen Protestzug gegen die Rentenpläne der Großen Koalition.
Der offizielle Name des Gespenstes lautet „Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung der Regelaltersgrenze an die demografische Entwicklung und zur Stärkung der Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung“; im politischen Alltag besser bekannt als „Rente mit 67“. Der Zorn in den Betrieben über dieses Rentenkürzungsprogramm sei sehr groß, sagte Pumm, „da werden sich die beiden großen Parteien noch wundern“. Mehr Altersarmut, mehr Arbeitslosigkeit und gleichzeitig Arbeiten bis zum Umfallen für Ältere, das könne keine akzeptable Politik sein.
Unter dem Motto „Mit Angies Geisterbahn in die Sackgasse oder mit dem Gewerkschafts-Express in die Zukunft“ begleiteten Demonstranten eine Lokomotive und fünf Waggons vom Besenbinderhof zum Rathausmarkt. Die gewerkschaftliche Kritik richtete sich neben der Rente mit 67 auch gegen die kürzlich beschlossene Gesundheitsreform und gegen Dumpinglöhne.
Während der Kundgebung auf dem Rathausmarkt kritisierte ver.di-Landesleiter Wolfgang Rose die Umverteilung zugunsten eines „unverschämten Reichtums“: "In Deutschland läuft eine gigantische Umverteilung: Auf der einen Seite reale Lohnkürzungen in den letzten zehn Jahren und gleichzeitig eine exorbitante Steigerung der privaten Vermögens- und Unternehmenseinkommen um 170 Milliarden Euro - über 40% von 411 auf 583 Milliarden Euro. Die sogenannte Vermögensuhr - Steigerung der Unternehmens- und Vermögenseinkommen – hat sich in Deutschland in den letzten zehn Jahren um 30.000 Euro pro Minute gedreht hat. Diese gigantische Reichtumsentwicklung sollen die Arbeitnehmer/-innen und die Armen im Land bezahlen: Niedriglohnsektor und Hungerlöhne für immer mehr Arbeitnehmer, Kürzungen und Altersarmut für Rentner, Beitragssteigerungen und Zwei-Klassenmedizin für Kranke - gleichzeitig werden die Unternehmenssteuern weiter gesenkt. Diese Politik gegen die Bevölkerung machen wir nicht mit. Dagegen gehen wir heute auf die Straße. Unsere Forderung: Keine Rente mit 67, statt dessen ein Mindestlohn von 7,50 Euro und die Einführung der Bürgerversicherung."
IG Bau-Geschäftsführer Andreas Suß betonte, dass in der Baubranche weniger als zehn Prozent der Beschäftigten bis zum Ende des 65. Lebensjahres arbeiten. Die gesundheitliche Beanspruchung sei so stark, dass ältere Beschäftigte nicht mehr durchhalten könnten. Aber nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Belastung sei in der Arbeitswelt enorm gestiegen.

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