Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 31.05.2004

Befragung des Bundesinstituts für Berufsbildung:

Berufsbildungsexperten beurteilen Entwicklung der beruflichen Bildung positiv
DGB Hamburg befürwortet tariflich abgesichertes Recht auf Weiterbildung
Wie wird sich die berufliche Bildung bis zum Jahr 2020 entwickeln? – Das fragte das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung rund 1000 Experten aus überbetrieblichen Bildungseinrichtungen, privatwirtschaftlichen Unternehmen, Schulen, Kammern und zuständigen Stellen, Arbeitnehmerorganisationen, Unis, Berufsverbänden und Arbeitgeberverbänden. Auch der DGB Hamburg wurde befragt.
„Die Umfrage-Ergebnisse stimmen recht optimistisch; doch um die formulierten Aussagen in die Realität umzusetzen, bedarf es einiger Anstrengungen“, so Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg. „Um etwa die bewährte duale Ausbildung zu erhalten, sind vor allem die Unternehmen gefragt, ausreichend Ausbildungsplätze bereit zu stellen. Gerade daran mangelt es jedoch in Hamburg, wo nur noch 16 Prozent der Betriebe ausbilden. Zudem muss eine echte Reform der Beruflichen Schulen zügig angegangen werden, die die Berufsschüler in die Lage versetzt, umfassend und mit modernen Mitteln lernen zu können.“
Zudem sei es wichtig, dass Firmen ihre Beschäftigten regelmäßig weiter qualifizieren, so Hamburgs DGB-Vorsitzender und befürwortet ein tarifvertraglich verankertes Recht auf Qualifizierungsmaßnahmen. „Mit der rasanten technischen Entwicklung wandeln sich auch die Anforderungen an die Arbeitnehmer/innen immer schneller. Besonders vor dem Hintergrund, dass die Menschen länger arbeiten sollen, ist permanente Fortbildung unabdingbar“, konstatiert Erhard Pumm. „Gerade ältere Beschäftigte und Eltern, die nach Erziehungszeiten wieder in den Beruf einsteigen wollen, müssten gezielt weiter gebildet werden.“
Eine Auswahl der Fragen und Antworten
- 63 % der Fachleute glauben, im Jahr 2020 werde die Arbeit in der Regel so organisiert sein, dass sie unmittelbar Impulse zur Kompetenzerweiterung gibt (1997: 47 %)
- Wird sich das duale System auf den Handwerksbereich konzentrieren? Das nehmen nur noch 30 % der Befragten an (1997: 37 %).
- Verdrängen Simulationen zunehmend das Lernen in der Praxis ? Das verneinten 27 % der Befragten (1997: 47 %)
- Ermöglicht die betriebliche Aus- und Weiterbildung gleichwertig mit anderen Bildungsgängen Karrierewege in Führungspositionen? Mit „Ja“ antworteten 63 % der Befragten (1997: 45 %).
- Bis 2020 wird die Trennung zwischen Arbeiten und Lernen weitgehend verschwunden sein. Das meinen 55 % der Experten (1997: 44 %)
- Werden im Prozess der Arbeit erworbene Kompetenzen zertifiziert? Das glauben 75 % der Fachleute (1997: 66 %)
Können berufliche Abschlüsse auch international modular erworben werden? Mit „Ja“ antworteten 83 % der Fachleute (1997: 60 %).
- Die Rolle beruflicher Ausbilder und Trainer besteht vor allem darin, offene Lernarrangements zu organisieren und zu moderieren. 73 % der Befragten stimmen dieser Aussage zu (1997: 62 %).

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