Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 08.10.2008

Sozialer Sprengstoff Leiharbeit

Dass Deutschland vom Vorbild zum sozialpolitischen Schmuddelkind geworden sei, hängt nach den Worten des Hamburger DGB-Vorsitzenden Erhard Pumm auch mit der Ausweitung der Leiharbeit zusammen, die gerade in der Hansestadt in den letzten Jahren rapide zugenommen habe. Der soziale Sprengstoff der Leiharbeitsverhältnisse gehe aus der jetzt in Hamburg vorgestellten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung nicht genügend hervor, kritisierte Pumm. Pumm nannte Leiharbeit ein prinzipiell brauchbares Instrument des Arbeitsmarktes, dessen Missbrauch allerdings an der Tagesordnung sei. „Es ist ein schwerwiegender Fehler, die Leiharbeit zum Einfallstor für Billiglöhne und schlechte Arbeitsverhältnisse zu machen. So entsteht vielleicht kurzfristiger Profit, aber weder gute Arbeit noch eine gesunde Wirtschaft.“ Gleiche Arbeit – gleiches Geld sei schon aus Gerechtigkeitsgründen ein unverzichtbarer Grundsatz. Im Arbeitsalltag aber würden Leiharbeitskräfte nicht nur schlechter bezahlt, sie hätten oft auch weniger Urlaub und kürzere Kündigungsfristen; zudem würden sie aus Qualifizierungsmaßnahmen, vermögenswirksamen Leistungen, Betriebsrenten und Gratifikationen ausgegrenzt. Faire Lösungen, die Leiharbeitskräfte und Stammbelegschaften gleichstellen, seien möglich und in vielen europäischen Ländern auch üblich, betont Pumm. „Die deutsche Form des Lohndumpings ist fast einmalig. In den Niederlanden und in Frankreich erhalten Leiharbeitskräfte sogar mehr als die fest Beschäftigten – wie es bis in die 90er Jahre hinein auch in unserem Land üblich war.“
Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis

Kontakt Pressestelle

Felix Hoffmann

Felix Hoffmann (Foto:Peter Bisping)

Pressearbeit

Felix Hoffmann

Tel: 040/60 77 66 112
Fax: 040/60 77 66 141
Mobil: 0175/72 22 415

Pressefoto Katja Karger

 

 

Katja Karger

Katja Karger (Foto: Peter Bisping)