Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 19.01.2006

Jedes fünfte Kind in Hamburg lebt auf Sozialhilfeniveau

Doch Finanzsenator Peiner schwärmt von wachsender Wirtschaftskraft

20,8 Prozent aller in Hamburg lebenden Kinder unter 15 Jahren leben nach DGB-Berechnungen in Haushalten von Hartz-IV-Empfängern, erhalten also eine Leistung, die auf dem Niveau der Sozialhilfe liegt. Mehr als jedes fünfte Kind in dieser Stadt wächst damit in einem finanziell belasteten Umfeld auf, das ihm nur begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet, so Hamburgs DGB-Vorsitzender Erhard Pumm.
Das Verarmungsrisiko von Kindern arbeitsloser Väter oder Mütter ist in Hamburg weit höher als im Bundesdurchschnitt. Bundesweit sind 14 Prozent der Kinder betroffen.
„Diese Zahlen sind besorgniserregend. Da mutet es fast zynisch an, wenn Finanzsenator Peiner heute von seinem verantwortungsbewussten Konsolidierungskonzept und der gewachsenen Wirtschaftskraft Hamburgs schwärmt“, sagt Erhard Pumm. „Neben der Wirtschaft wächst auch die Armut. Den Unternehmen geben, den Arbeitslosen und Familien nehmen - der Hamburger Senat legt offenbar keinen Wert auf gerechte Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel. Ein Beispiel sind die Streichungen beim Schüler-Fahrgeld, die besonders ALG II-Bezieher und ihre Angehörigen hart treffen.“
Der Zusammenhang von Einkommens- und Bildungsarmut sei bekannt, so Hamburgs DGB-Vorsitzender. Gerade Kinder und Jugendliche aus Hartz IV-Haushalten Familien brauchten kostenlose außerfamiliäre Angebote, um die häufig schlechteren Entwicklungschancen aufzufangen, die oft Auswirkungen auf das gesamte (Erwerbs)Leben hätten. Auch müsse die Zusammenarbeit von KITA, Schule, sozialen Diensten sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert werden.
„Wer arm ist, ist auch häufiger krank und psychisch belastet: Viele Kinder nehmen ihre finanziell belastende Situation selbst genau wahr. In der Schule reagieren sie oftmals aggressiv oder versuchen, ihre Lage zu verschleiern“, so Erhard Pumm. „Eine reiche Stadt wie Hamburg darf es nicht zulassen, dass Tausende Kinder in eine perspektivlose Zukunft geschickt werden. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit muss auch in Hamburg zum Schwerpunkt des Regierungshandelns werden; die bisherigen Vermittlungsquoten von Langzeitarbeitslosen sind mehr als traurig.“



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