Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 31/19 - 29.10.2019

Zum Tod von Hans Saalfeld: Ein Leben im Dienst der Beschäftigten

Der ehemalige Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Hamburg ist in der Nacht auf Montag im Alter von 91 Jahren verstorben.

Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger: „Hans Saalfeld hat sich sein Leben lang für die Interessen der Beschäftigten eingesetzt, für den Erhalt von Arbeitsplätzen in Hamburg, die 35-Stunden-Woche und das Bildungsurlaubsgesetz. Für dieses herausragende Engagement gebührt ihm unser aller Respekt. In seiner Zeit als DGB-Vorsitzender in dieser Stadt hat er es stets verstanden, den Gedanken der Einheitsgewerkschaft mit Leben zu füllen. Mit seinen Überzeugungen wusste er die Gewerkschaftsbewegung hinter sich zu sammeln. Seine Solidarität galt allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, ganz gleich aus welcher Branche. Für ihre Interessen setzte er sich auch in vielen Funktionen bei der SPD ein. Aus einer Arbeiterfamilie stammend, die in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft schweren politischen Verfolgungen ausgesetzt war, hatte der Kampf gegen Rechtsextremismus und Ausgrenzung für ihn eine sehr hohe Bedeutung. Noch im vergangenen Jahr konnten wir mit ihm im Gewerkschaftshaus seinen neunzigsten Geburtstag feiern und uns davon überzeugen, wie sehr ihn noch Fragen der sozialen Gerechtigkeit und Arbeitsmarktpolitik umtrieben. Danke für alles. Unser Mitgefühl ist bei seiner Familie und den Angehörigen.“

Silke Kettner, Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Region Hamburg-Elmshorn: „Richtig gut, dass wir einen wie Hans Saalfeld in unseren Reihen hatten. Sein jahrzehntelanges Engagement für die Gewerkschafts- und die Arbeiterbewegung und sein Einsatz gegen Krieg und Faschismus waren einzigartig. Wir werden ihn als Vorbild in Erinnerung behalten und in jedem Fall sehr vermissen.“

Hans Saalfeld wurde am 3. Juni 1928 in Hamburg geboren. 1945, direkt nach Kriegsende und Gefangenschaft, trat er in die SPD und Gewerkschaft ein. Beiden Institutionen war er bis zu seinem Tode tief verbunden.

Ab 1960 war er Hamburger Vorsitzender und Bezirksleiter der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) und von 1969 bis 1988 DGB-Vorsitzender in Hamburg.

Ab März 1966 gehörte Hans Saalfeld 25 Jahre der Hamburgischen Bürgerschaft an. Von 1972 bis 1978 war er stellvertretender Vorsitzender der SPD- Bürgerschaftsfraktion und von 1978 bis 1991 Vizepräsident des Hamburgischen Landesparlamentes.


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