Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 038 - 18.11.2011

Bildung hat Priorität: Hamburg muss mehr investieren

In Hamburg und insgesamt 40 Städten in Deutschland haben am Donnerstag, den 17. November junge Menschen gegen die Bildungspolitik von Bund und Ländern protestiert.

Hamburgs DGB-Vorsitzender Uwe Grund: „Wir können diese Proteste nur unterstützen. Auch in Hamburg fehlen noch Krippenplätze, gibt es noch deutlich zu viele junge Menschen, die ohne Abschluss die Schule verlassen oder keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Vor drei Jahren wurden auf dem Bildungsgipfel in Dresden hehre Ziele formuliert. Doch wenn man schaut was seitdem passiert ist, scheint es den Verantwortlichen nicht Ernst damit zu sein. Der Senat muss zeigen, wie viel ihm die Bildung der jüngeren Generation wert ist und von den zusätzlich zur Verfügung stehenden Steuereinnahmen Mittel frei machen. Junge Menschen haben ein Recht auf eine gute Zukunft.“

Hintergrund: In einer Studie von Professor Klaus Klemm von der Universität Duisburg-Essen im Auftrag des DGB wurden die sechs wichtigsten Ziele des Bildungsgipfels von 2008 mit dem Ist-Zustand verglichen. Das Fazit des Wissenschaftlers: „Bei fünf von sechs wesentlichen Zielen des Bildungsgipfels läuft die Umsetzung schleppend oder mit kaum wahrnehmbaren Fortschritten (…) Soziale Herkunft bestimmt weiterhin den Bildungserfolg, unser Bildungssystem ist sowohl in der Breite und in der Spitze auch im internationalen Vergleich nicht ausreichend leistungsfähig.“

Laut der Studie gibt es in Hamburg bis 2013 noch einen Ausbaubedarf von 3.402 Kindertagesbetreuungsplätzen für unter Dreijährige. Zudem fehlt es an dem notwendigen Personal. Ein weiteres Ziel des Bildungsgipfels: Die Zahl der SchulabgängerInnen ohne Abschluss sollte bundesweit von acht auf vier Prozent abgesenkt werden. In Hamburg waren es nach dem Schuljahr 2009/2010 nach Berechnungen der Studie aber noch 8,2 Prozent.

Ohne Berufsabschluss waren nach der Expertise in Hamburg im Jahre 2010 noch 19,4 Prozent. Bundesweit wird laut den Zielen des Bildungsgipfels eine Quote von 8,5 Prozent angestrebt. Uwe Grund: „Wenn das Ziel der Bildungsrepublik Deutschland schon zum Scheitern verurteilt zu sein scheint, sollten wir wenigstens von einer Bildungsstadt Hamburg sprechen können. Dazu brauchen wir aber Investitionen.“

Die Expertise „Drei Jahre nach dem Bildungsgipfel – eine Bilanz“ gibt es auf der Homepage des DGB Bundesvorstands.


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