Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 06.03.2008

DGB will Vorrang für Frauen- und Gleichstellungspolitik

Die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn liegt nach Auffassung der stellvertretenden Vorsitzenden der Gewerkschaft ver.di, Margret Mönig-Raane, besonders im Interesse von Frauen. „Niedriglöhne sind weiblich, es sind vor allem die Frauen, die in unserem Land die schlecht bezahlte und die unbezahlte Arbeit leisten“, sagt Mönig-Raane mit Blick auf den bevorstehenden Internationalen Frauentag. Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende spricht am 8.März auf einer Gewerkschaftsveranstaltung in Hamburg.
Am Internationalen Frauentag, dessen Tradition bis 1857 zurückreicht, fordern Frauen weltweit Gleichberechtigung ein. „Trotz aller Fortschritte, trotz aller gesetzlichen Vorschriften der Gleichbehandlung werden Frauen in der Arbeitswelt massiv benachteiligt, Entgeltgleichheit ist bis heute nicht verwirklicht“, kritisiert Petra Heese, frauenpolitische Sprecherin des DGB Hamburg. Frauen- und Gleichstellungspolitik müsse Vorrang bekommen. Die Lohndiskriminierung beispielsweise lasse sich auch für Hamburg in Zahlen ausdrücken: Im produzierenden Gewerbe, im Handel, Kredit- und Versicherungswesen erhielten 2006 in der Hansestadt weibliche Angestellte im Monatsdurchschnitt 3 159 Euro brutto, die männlichen hingegen 4 259 Euro. Arbeiterinnen hatten im produzierenden Gewerbe 2305 Euro brutto, Männer 2997 Euro.
MEDIENEINLADUNG
DGB-Veranstaltung Internationaler Frauentag, Samstag, 8. März
„Ich bin mehr wert“ ist das Motto des politischen Frauenbrunch, den der DGB Hamburg am Samstag 8. März, dem Internationalen Frauentag, im Haus der Patriotischen Gesellschaft von 11h bis 14h veranstaltet. Die stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft verdi, Margret Mönig-Raane, spricht über „Mindestlöhne und Existenzsicherung für Frauen“. Neben Vortrag und Diskussion stehen Musik und Gespräche auf dem Programm.
Bundesweit arbeitet laut Statistik fast jede dritte vollzeitbeschäftigte Frau im Niedriglohnbereich. „Die Hamburger Beispiele im Hotel- und Reinigungsgewerbe haben vor nicht allzu langer Zeit Schlagzeilen gemacht“, erinnert Heese. „Finanzieller Mangel, soziale Unsicherheit und inhumane Arbeitsbedingungen prägen die Lebenssituation viel zu vieler Frauen.“ Mit einem Flickenteppich branchenbezogener Mindestentgelte sei das Problem nicht zu lösen, der einheitliche gesetzliche Mindestlohn sei das richtige Ziel gerade für Frauen.
Die Gewerkschaftsfrauen appellieren an den Hamburger Senat, die Stelle einer Landesbeauftragten für die Gleichstellung der Frau schnellstens wieder einzurichten. Die Förderprojekte und Beratungsangebote im Gesundheits- und Bildungsbereich müssten fortentwickelt und erweitert werden. „Eine moderne Metropole wie Hamburg kann es sich nicht erlauben, auf die Kreativität und das Potential gut ausgebildeter Frauen zu verzichten“, betont Heese.
Die DGB-Aktivitäten zum Internationalen Frauentag bilden auch den Startschuss für die bundesweite frauenpolitische DGB-Initiative „Ich bin mehr wert!“. Der DGB will 2008 die Themen Entgeltgleichheit, Karrierechancen von Frauen sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verstärkt in die öffentliche Debatte einbringen.

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