Deutscher Gewerkschaftsbund

Tarifbindung

18.01.2019

Mehr Touristen in Hamburg: Beschäftigte müssen profitieren

Anlässlich der am 18. Januar veröffentlichten Tourismuszahlen hat Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger die Arbeitgeber dazu aufgefordert, ihre Beschäftigten angemessen an den Verdiensten der Branche zu beteiligen.

„Die Zahl der Gäste und Übernachtungen steigen auch, weil die Beschäftigten einen guten Job machen. Dafür haben sie bessere Löhne und Arbeitsbedingungen verdient“, so Karger.

Aktuell verhandelt die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) über einen neuen Tarifvertrag für die rund 65.000 Beschäftigten. Bislang haben die Arbeitgeber jedoch nur ein Angebt knapp oberhalb der Inflationsrate vorgelegt. Die NGG fordert eine Erhöhung der Einkommen um bis zu 460 Euro pro Monat. Auch die Vergütungen für Auszubildende sollen steigen.

Hamburg hat das niedrigste Tarifniveau der alten Bundesländer. Der Stundenlohn für eine ausgelernte Fachkraft direkt nach der Ausbildung beträgt im ersten Berufsjahr 10,27 Euro (1.777 Euro im Monat bei 40 Stunden/ Woche). Hessen hat das höchste Tarifniveau mit einem Stundenlohn von 13,33 Euro und 2.240 Euro im Monat bei einer 39 Stunden-Woche.

Zudem forderte Karger, die Arbeitgeber müssten die Tarifflucht beenden: „Zu viele Betriebe in der Branche drücken sich um Tarifverträge und bezahlen noch schlechter. Das muss ein Ende haben.“

Hintergrund
Das Statistikamt Nord hatte am 18. Januar gemeldet: "Die Hamburger Beherbergungsbetriebe haben für den November 2018 mehr Gäste und mehr Übernachtungen als im November des Vorjahres gemeldet. Die Zahl der Gäste stieg um 7,1 Prozent auf 591 000 und die Anzahl der Übernachtungen um 6,9 Prozent auf 1 130 000."

 


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