Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 12.04.2010

Hände weg vom Museum der Arbeit!


Freunde des Museums der Arbeit
Einstimmiger Beschluss der Mitgliederversammlung vom 12.4. 2010.
Hände weg vom Museum der Arbeit!
Wir fordern Senat und Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg auf:
* die Existenz, die Standorte und die Eigenständigkeit des Museum der Arbeit zu garantieren. Das Museum der Arbeit muss an seinem zentralen Standort in Barmbek erhalten bleiben.
* allen Fördervereinen der Stiftung Historische Museen Hamburg bei der Gestaltung und Profilierung der einzelnen Häuser wirkungsvolle Mitbestimmungsrechte einzuräumen.
* für die dauerhafte und ausreichende Finanzierung der Museumsaufgaben zu sorgen, also die nötigen Haushaltsmittel zu bewilligen, insbesondere für die Nachbesetzung frei gewordener oder frei werdender Stellen, die zur Erfüllung der wissenschaftlichen und kulturellen Aufgaben des Museums unerlässlich sind. Hierzu gehört auch die überfällige Sanierung des Torhauses und die technische Erneuerung und inhaltliche Aktualisierung der Dauerausstellung. Wir erwarten eine mittelfristige Perspektive in einem Masterplan.
*den Ausbau des Hafenmuseums zügig voranzutreiben, was wir nachdrücklich unterstützen. Mit großer Sorge verfolgen die Mitglieder des Vereins der Freunde des Museums der Arbeit e.V. Presseberichte und die öffentlich und verwaltungsintern geführten Diskussionen, denen zufolge Teile der vier stadtgeschichtlichen Museen aus finanziellen Gründen verlagert, zusammengelegt oder gar geschlossen werden sollen. Für das Museum der Arbeit wenden sich dessen Freunde entschieden gegen jegliche inhaltliche Reduzierung oder räumliche Verlagerungen. Die Verschuldung des Museums der Arbeit ist dadurch verursacht, dass es für seine Aufgaben unzureichend mit finanziellen Mitteln ausgestattet ist. Nicht angemessen finanziert wurden z.B.:
* die notwendigen Kosten der erwünschten Rechtsform Stiftung,
* die vollen Tarifsteigerungen vieler Jahre,
* neue Aufgaben, vor allem der Aufbau des Hafenmuseums. Diesem Grundmangel ist durch über Jahre bewiesene beste Motivation und Arbeit "am Anschlag" nicht abzuhelfen, mithin der Vorwurf "Schulden angehäuft" zu haben, ungerecht und kontraproduktiv. Seit dreißig Jahren haben Freundeskreis und Mitarbeitende des Museums der Arbeit mit aller Kraft für Gründung, Aufbau und Wachstum dieses Museums zur Sozial- und Industriegeschichte gewirkt. So nimmt das Museum der Arbeit eine unverzichtbare Aufgabe für das geistige und kulturelle Leben in unserer Stadt wahr. Es öffnet und schärft den Blick für Zusammenhänge der Entwicklung von Produktionsmitteln und Arbeitsbedingungen in Vergangenheit und Gegenwart: mit mehr als 75 Sonderausstellungen, zahlreichen wissenschaftlichen Foren, Diskussionen in Kooperation mit anderen Institutionen. Von Mitgliedern des Förderkreises werden historische Maschinen, Einrichtungen und Arbeitsformen erklärt und vorgeführt - nicht nur Kindern und Jugendlichen ein besonderes Erlebnis! Stadtteil-Rundgänge und Betriebsbesichtigungen boten kulturelle Begegnungen mit Geschichte und Gegenwart unserer Stadt. Damit erfüllt das Museum der Arbeit eine über Hamburg hinaus hervorragende Aufgabe. Zu Erfolg und Aufrechterhaltung des Museums trägt der Förderkreis des Museums der Arbeit direkt durch Spenden und ehrenamtliche Arbeit jedes Jahr mit rund 15.000 Stunden bei. Er nimmt "Geschichte von unten" als Auftrag ernst. Die ehrenamtlich Tätigen des Vereins Hafenkultur und der Hafensenioren schließen sich diesem Beschluss an. Sie haben durch Verstärkung ihres Einsatzes die weitere Öffnung des Hafenmuseums gesichert, nachdem sie schon letztes Jahr mehr als 30.000 Arbeitstunden eingebracht hatten. All dieses ideelle und materielle bürgerschaftliche Engagement darf nicht verloren gehen!

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Felix Hoffmann

Felix Hoffmann (Foto:Peter Bisping)

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Katja Karger

Katja Karger (Foto: Peter Bisping)