Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 12.03.2004

Zuwanderung und Integration gehören zusammen

In Berlin ringen heute die Parteien erneut um das Zuwanderungsgesetz, Hauptstreitpunkt dabei ist die Zuwanderung in den Arbeitsmarkt.
Der DGB Hamburg spricht sich für eine gezielte Zuwanderungspolitik aus, um dem künftigen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Sie muss allerdings begleitet sein von sinnvollen Integrationsmaßnahmen. Es reicht nicht aus, Leute hier her zu locken und sich dann nicht mehr um sie zu kümmern.
Gerade in der Hansestadt ist die Situation vieler der rund 254 000 Ausländer nicht allzu rosig: Nur etwa 60 000 Migranten sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 21 Prozent der Arbeitslosen im Februar 04 waren Ausländer und bis zu 20 Prozent der Migrantenkinder verlassen die Schule ohne Abschluss.
„In dieser Stadt muss mehr für die Integration der Ausländer getan werden“, sagt Hüseyin Yilmaz, Berater der DGB-Abteilung Arbeitsmarktpolitische Integration junger Migrantinnen und Migranten. Dazu zähle, dass ihre Kinder einen KITA-Platz erhalten, um sich mit der deutschen Sprache und der Kultur vertraut zu machen, ohne allerdings die eigene zu verleugnen. Nur wer die deutsche Sprache richtig beherrsche, dem gelinge ein reibungsloser Einstieg in die Schulausbildung und später ins Berufsleben.
„Dass es dabei noch viel zu tun gibt, zeigt die erschreckend hohe Jugendarbeitslosigkeit unter Migranten“, so Hüseyin Yilmaz. Er berät Betriebs- und Personalräte in Fragen der Ausbildung jugendlicher Migrant/innen und vermittelt bei Konflikten während der Ausbildung. Dabei konnte Yilmaz schon manches kulturell bedingte Missverständnis aus dem Weg räumen und damit Ausbildungsplätze retten.
Auch Bernhard Janßen, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Hamburg, hält Integration für wichtig. Zugleich wendet er sich gegen den Anwerbestopp für Fachkräfte: „Zuwanderung ist nötig, wo sie gebraucht wird. Und nötig sind nicht nur die Höchstqualifizierten.“
7,4 Prozent der IG Metall-Mitglieder in Hamburg sind Arbeitnehmer/innen mit Migrationshintergrund, die meisten von ihnen im technisch-gewerblichen Bereich beschäftigt. „In Angestelltenberufen, etwa in der IT-Branche, findet man sie kaum“, so Hamburgs IG-Metall-Chef. „Integration ist bei uns kein leeres Wort: Viele unserer 3028 ausländischen Mitglieder sind sehr aktiv – in den Betrieben als Betriebsräte oder Vertrauensleute und auch in gewerkschaftlichen Arbeitskreisen.“


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