Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 01.11.2009

Grund: Dieser Arbeitskampf hat Symbolkraft für Hamburg


Als einen wichtigen Etappensieg im Kampf gegen Billiglöhne bewertet Hamburgs DGB-Vorsitzender Uwe Grund den erfolgreichen Abschluss des ersten bundesweiten Streiks der Reinigungskräfte.
„Von dem Gebäudereinigerstreik der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) kann gerade auch in der Dienstleistungsstadt Hamburg eine symbolische Wirkung auf andere Billiglohnbranchen ausgehen“, sagt Grund. Dem Abschluss seien vielfältige, phantasievolle und aufmerksamkeitsstarke Streikaktionen vorausgegangen. „Das war deutsche Tarifpolitik getragen von internationaler Solidarität. Die Informationen zum Arbeitskampf wurden in 13 Sprachen übersetzt.“
„Fragen Sie in Hamburg zum Beispiel einmal Ihre Friseuse und Ihren Friseur, wie hoch deren Stundenlohn ist. Ihnen werden die Haare zu Berge stehen“, meint Uwe Grund. Der Niedriglohnsektor habe sich in Hamburg in den letzten Jahren rapide ausgeweitet. Derzeit erhielten rund 30 000 Beschäftigte im Rahmen von Arbeitslosengeld II (ALGII) eine finanzielle Aufstockung zu ihrem Gehalt, weil ihr Lohn nicht zum Leben reicht. Nach einer etwas älteren Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen gibt es rund 6,5 Millionen Billiglöhner in Deutschland. Innerhalb von zehn Jahren (1995 bis 2005) sei der Anteil dieses prekären Arbeitsbereichs bundesweit von 15 auf 22 Prozent der Erwerbstätigen gestiegen. Damit liege Deutschland bereits über dem Anteil in Großbritannien und nur noch leicht unter dem Wert in den Vereinigten Staaten.
Die Stundenlöhne der Reinigungskräfte in der untersten Tarifgruppe, die zugleich der neue Mindestlohn in der Branche sein sollen, betragen nach der Tariferhöhung 8,55 Euro im Westen und 7,00 Euro im Osten. Beide Tarifpartner, Arbeitgeber und Gewerkschaften, wollen den neuen Tarif als allgemein verbindlichen Mindestlohn für die Branche mit ihren 860 000 Beschäftigten von der Bundesregierung festsetzen lassen. „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung des garantierten Mindestlohns“, sagt Grund.

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