Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 27.04.2004

HOTLINE-AKTION am 29. April 04

DGB-Kampagne gegen die Zumutbarkeitsregelungen
„Zeugen gesucht“ Lohndumping, miese Arbeitsbedingungen, Schikanen bei der Jobsuche
Im Rahmen der Kampagne gegen die Zumutbarkeitsregeln für Langzeitarbeitslose schaltet der Deutsche Gewerkschaftsbund am 29. April eine bundesweite Telefonhotline. Unter der Überschrift „Zeugen gesucht“, fordert der DGB Beschäftigte und Arbeitslose auf, zwischen 10 und 20 Uhr unter der Telefonnummer 0180 234 0000 anzurufen und ihre Erfahrungen mit Lohndumping, miesen Arbeitsbedingungen und Schikanen bei der Jobsuche zu schildern. Ein Anruf kostet 12 Cent. Natürlich werden alle Anrufe vertraulich behandelt.
„Schon jetzt, vor der Einführung des Arbeitslosengelds II mit den weiter verschärften Zumutbarkeitsregeln, ist die Situation für abhängig Beschäftigte häufig prekär. Doch diese Erfahrungen der Arbeitnehmer/innen und Arbeitslosen tauchen in keiner Statistik auf“, sagt Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg. „Um den tatsächlichen Zustand des Arbeitsmarktes zu dokumentieren, wird der DGB die Telefonate vom 29.4. auswerten und daraus – anonymisiert - eine Dokumentation erarbeiten. Auch die Hamburger Beschäftigten und Arbeitslosen sollten sich an der Hotline-Aktion beteiligen und ihre Erfahrungen mit Minijobs, unbezahlten Überstunden, ungerechten Chefs, Stress und Mobbing am Arbeitsplatz, schwieriger Jobsuche usw. schildern.“
Die Zumutbarkeitsregeln, die mit der Einführung des Arbeitslosengelds II ab Januar 2005 gelten sollen, werden vom DGB scharf kritisiert. „Sie erhöhen den Druck auf Langzeitarbeitslose noch weiter: Wer keine Arbeit findet, wird gezwungen, in einem öffentlich geförderten Beschäftigungssektor zu arbeiten. Doch diese Arbeit verbessert die soziale Situation der Langzeitarbeitslosen nicht, weil sie sich weitgehend an der Sozialhilfe orientiert“, so Erhard Pumm. „Arbeit um jeden Preis heißt dann das Motto. Arbeit, die bis zu 33 Prozent unter Tarif entlohnt werden kann, Löhne in der Nähe von 4 Euro pro Stunde gelten dann als zumutbar. Diese Billigarbeit wird reguläre Arbeit verdrängen, und das ist der Weg in ein Niedriglohnland.“
Hamburgs DGB-Vorsitzender hält die Dokumentation für wichtig, weil damit an lebend(ig)en Beispielen aufgezeigt werden könne, was Zumutbarkeit konkret heiße. Hinter jedem „Fall“ stehe schließlich ein Mensch mit seiner Geschichte. Mit dieser Hotline-Aktion werde denjenigen Paroli geboten, die einseitig den abhängig Beschäftigten und Erwerbslosen verordnen wollten, den Gürtel enger zu schnallen oder ihnen gar Arbeitsunwilligkeit unterstellen.
Telefonhotline 0180 234 0000
„Zeugen gesucht“,
29. April ,10 - 20 Uhr
Pro Anruf 12 Cent

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