Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 21.03.2006

Berufsakademie der Handwerkskammer: Gutes Konzept mit Haken

Gründliche Ausbildung, aber teuer und mitbestimmungsfrei
Der DGB Hamburg begrüßt grundsätzlich die heute vom Senat staatlich anerkannte Berufsakademie der Handwerkskammer, kritisiert jedoch gleichzeitig, dass die Studierenden/Azubis dabei über die vier Jahre Ausbildungsdauer mit monatlich mindestens 145 Euro Gebühren belastet werden. Auch fehlen der Berufsakademie Mitbestimmungsstrukturen; so ist ein AStA wie an den Hochschulen hier nicht vorgesehen.
„Die vertiefte Ausbildung mit intensiver Verknüpfung von Praxis und Theorie bereitet die Azubis/Studierenden sicher gut auf die späteren Aufgaben in kleinen und mittleren Unternehmen vor“, sagt Olaf Schwede, Vorsitzender der DGB-Jugend Hamburg. „Allerdings müssen die Schulabgänger erst mal Geld mitbringen, um einen Beruf lernen zu dürfen. Ist das der Einstieg zur Wiedereinführung des längst überwunden geglaubten Lehrgelds?“
Dass Studiengebühren (500 Euro pro Semester) zusätzliches Gift für die Chancengleichheit in der Bildung sind, hatte der DGB Hamburg in den vergangenen Monaten im Zusammenhang mit der Einführung des Bezahlstudiums wiederholt bemängelt. Diese Kritik gilt um so mehr für den noch teureren Besuch der neuen Berufsakademie, bei dem sich die Kosten pro Azubi innerhalb von vier Ausbildungsjahren auf mindestens 6960 Euro summieren – wobei der Anteil der Arbeitgeber schon abgezogen ist, die „in der Regel“ (wer trägt die Kosten bei den Ausnahmen?) die Hälfte der Gebühren übernehmen sollen.
„Dass den Arbeitnehmer/innen häufig Kosten entstehen, wenn sie im Rahmen der beruflichen Weiterbildung Berufsakademien besuchen, ist schon belastend genug. Aber hier handelt sich um die Erstausbildung, und die sollte für die Jugendlichen nicht mit Gebühren verbunden sein“, so Olaf Schwede. „Und es wäre es wichtig, den Azubis im Sinne von ,Demokratie lernen und leben’ Mitbestimmungsmöglichkeiten einzuräumen. Das Berufsakademie-Gesetz sieht jedoch keine entsprechenden Gremien vor.“


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