Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 32 - 08.07.2014

Steigende Altersarmut in Hamburg

Rente muss zum Leben reichen!

Immer mehr alte Menschen in Hamburg brauchen finanzielle Hilfe. Im Vergleich zum Vorjahr haben am Jahresende 2013 sieben Prozent mehr Frauen und Männer im Alter von mehr als 64 Jahren Grundsicherungsleistungen erhalten. „Diese Tendenz ist erschreckend. Es sind aber nur die ersten Warnsignale einer verfehlten Rentenpolitik. Das dicke Ende der Altersarmut kommt erst noch“, sagt Katja Karger, Vorsitzende des DGB Hamburg.

Die Absenkung des Rentenniveaus per Gesetz führe zu einem dramatischen Kaufkraftverlust unserer Renten. Beitragszahler erhielten zukünftig eine niedrigere Rente bei gleich hohen Beiträgen. Selbst ein Mensch, der sein Berufsleben lang durchschnittlich verdient hat, werde im Alter von seiner Rente allein nicht mehr leben können. „Bis 2030 wird das gesetzliche Rentenniveau auf bis zu 43 Prozent des Durchschnittseinkommens abgesenkt. Viele junge Beschäftigte können sich aber heute keine zusätzliche private Altersvorsorge leisten“, so Karger.

Endlich gegensteuern müssten Staat und Unternehmen auch bei den Dumpinglöhnen und den Minijobs. Prekäre Arbeitsbedingungen und nicht-sozialversicherungspflichtige Jobs nähmen weiter zu. Sie führten aber – zusätzlich zum ohnehin sinkenden Rentenniveau – zu bedrohlich niedrigen Rentenansprüche im Alter, so Karger. „Die Beschäftigen im Niedriglohnbereich leiden heute unter dem Lohndumping und morgen unter den Hungerrenten. Hier brauchen wir dringend eine neue Ordnung der Arbeit, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen verantwortungsvoll gestalten.

"Entwürdigende Geschäftsmodelle von Arbeitgebern müssen endlich vom Markt verschwinden. Fehlkalkulationen von Unternehmen, die auf öffentliche Gelder der Gemeinschaft spekulieren, um die Folgen ihrer Lohndrückerei auszugleichen, dürfen nicht länger belohnt werden“, so die Vorsitzende des DGB Hamburg. Gute Tarifverträge, faire Löhne und unbefristete Beschäftigungen seien kein überzogener Luxus, sondern die Basis für würdige Lebensbedingungen.

Nach den Angaben des Statistikamtes Nord ist im Vergleich zu 2008 die Zahl der älteren Hilfeempfänger sogar um knapp 28 Prozent gestiegen. 57 Prozent der Unterstützten sind Frauen, sieben Prozent leben in Einrichtungen, 77 Prozent erhalten die Hilfe ergänzend zur Altersrente.


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