Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 08/24 - 01.05.2024

DGB Hamburg feiert kämpferischen 1. Mai mit 8.000 Teilnehmer*innen

Tausende Menschen haben sich am heutigen 1. Mai in Hamburg (7.000 TN), Harburg (400 TN) und Bergedorf (600 TN) an den Maikundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) beteiligt. Dass die Gewerkschaften derzeit im Aufwind sind und einen deutlichen Mitgliederzuwachs verzeichnen, schlug sich auch in der Zahl der Teilnehmenden der 1. Mai-Kundgebungen nieder: Unter den rund 8.000 Teilnehmer*innen befanden sich Gewerkschafter*innen, Arbeitnehmer*innen, Studierende, Rentner*innen und viele weitere Menschen, die sich für soziale Gerechtigkeit, bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne und die Stärkung der Tarifbindung einsetzen. Die Versammlungen fanden unter dem Motto „Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Sicherheit – Tarifwende!“ statt.

Hamburgs DGB-Vorsitzende Tanja Chawla: „Ob bei der Buchhandelskette Thalia, bei Hagenbecks Tierpark oder beim Fahrdienstleister MOIA: Immer mehr Arbeitgeber stehlen sich auch in Hamburg aus ihrer sozialen Verantwortung. Neue Zahlen zeigen: Hamburg hat die zweitschlechteste Tarifbindung in Westdeutschland. Deshalb brauchen wir jetzt eine Tarifwende. Gemeinsam machen wir uns für eine höhere Tarifbindung stark. Denn sie bringt viele Vorteile – mehr Geld, bessere Arbeitsbedingungen, sichere Zukunftsaussichten, mehr Lebensqualität! Mit Tarifvertrag ist einfach mehr drin: Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Sicherheit. Das ist auch das Motto, unter dem wir am heutigen Tag der Arbeit auf die Straße gehen.“

Die DGB-Demonstration in Hamburg begann mit einem Auftakt um 10:30 Uhr an der Max-Brauer-Allee.
Um 11:00 Uhr setzte sich die Demo in Bewegung und zog mit durch die Straßen von Altona. Um 12:00 Uhr erreichte die Demonstration schließlich ihren Höhepunkt mit einer Kundgebung am Fischmarkt, wo die Hauptredner*innen Tanja Chawla (Vorsitzende DGB Hamburg), Maike Finnern (GEW Bundesvorsitzende), Jana Sierck (DGB-Jugend Hamburg), Peter Alexander (Betriebsrat MOIA) und Malte Klingforth (Betriebsrat Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft) die Bedeutung von Tarifbindung betonten.

Maike Finnern, Vorsitzende Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Das DGB-Motto ‚Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Sicherheit‘ vereint uns alle, denn nur gemeinsam können wir diese Ziele erreichen. Die starken Tarifverträge des vergangenen Jahres sind ein Grund, stolz zu sein und zu zeigen, dass wir gemeinsam viel erreichen können. Solidarität ist unser Schlüssel zum Erfolg. Heute, am 1. Mai, dem ‚Tag der Arbeit‘, setzen wir in ganz Deutschland ein Zeichen, dass wir uns nicht spalten lassen.“

Jana Sierck, DGB-Jugend Hamburg: „Wer dem Fachkräftemangel entgegenwirken möchte, muss in die Ausbildung investieren! Denn Auszubildende sind keine billigen Fachkräfte. In der Ausbildung sollen junge Menschen für einen Beruf qualifiziert werden und das nicht nach dem Motto: Lehrjahre sind keine Herrenjahre! Um das leisten zu können, muss ein Umdenken stattfinden. Unternehmen müssen die Ausbildung attraktiver gestalten, die Ausbildungsqualität muss hochgeschraubt werden und das bedeutet auch eine Ausbildungsvergütung zu zahlen, mit der sich Auszubildende ein selbstbestimmtes Leben leisten können. Selbstredend, dass die Ausbildungsvergütung für mehr als nur Lebensmittel und die Miete reichen muss. Wir kämpfen für eine Ausbildungsvergütung zum Leben, nicht bloß zum Überleben!“

Peter Alexander, Betriebsratsvorsitzender bei MOIA: „MOIA ist eines von zwei VW-Tochterunternehmen ohne einen Tarifvertrag. Unsere Fahrerinnen und Fahrer verdienen knapp über dem Mindestlohn, haben weniger Urlaub als ihre KollegInnen und schlechtere Arbeitsbedingungen. Viele haben einen Nebenjob, müssen Wohngeld oder andere staatliche Leistungen beantragen, um über die Runden zu kommen. Das ist ein Skandal und eines Konzerns wie VW unwürdig! Daher werden wir nicht aufhören, gemeinsam mit der IG Metall für einen Tarifvertrag und für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen und diese Themen in die Öffentlichkeit zu tragen.“

Malte Klingforth, Betriebsrat Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft: „Die Gewerkschaften sind derzeit die einzige gesellschaftliche Kraft, die in der Lage ist, eine wirkliche Gegenmacht gegen den vorherrschenden neoliberalen Kurs zu sein. Das bedeutet für uns die Verantwortung, uns nicht nur gegen Lohndumping und prekäre Arbeitsplätze, sondern auch gegen die Privatisierung öffentlichen Eigentums zu wehren. Der geplante Verkauf der HHLA stellt nicht nur eine Gefahr für die Beschäftigten dar, sondern richtet sich gegen die Interessen der Menschen in dieser Stadt.“

Die Rapperin Finna sorgte unterdessen für ordentlich Stimmung. Außerdem überraschte der DGB-Hamburg mit einem Novum: ein Massenkaraoke, bei dem gemeinsam kämpferische Lieder rund um das Thema Arbeit angestimmt wurden.


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