Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 31.08.2006

DGB Hamburg zum Integrationskongress


Teilhabechancen der Migrant/innen verbessern
Eine gelungene Integration von Migrant/innen bedeutet, sie willkommen zu heißen, Stigmatisierung zu verhindern und ihnen Teilhabe in Bildung, Arbeit und sozialem Leben in dieser Gesellschaft zu ermöglichen, formuliert der DGB Hamburg seine migrationspolitischen Forderungen vor dem Hintergrund des derzeit stattfindenden Integrationskongress in Hamburg.
Hüseyin Yilmaz, Migrationsexperte des DGB Hamburg und Mitglied des Integrationsbeirates konkretisiert: „Einbürgerungswillige sollten nicht mit sanktionsbelegten Prüfungen konfrontiert werden, sondern sinnvolle Angebote der politischen Bildung erhalten. Integration in Bildung, Ausbildung und Arbeit sind die tragenden Säulen für die Eingliederung von Migrant/innen. Gewerkschaften und gewerkschaftsnahe Weiterbildungsträger sollten dabei eng eingebunden werden.“
So wirbt Hüseyin Yilmaz – er berät u.a. Ausbilder und Betriebsräte bei Konflikten mit Azubis aus anderen Kulturkreisen - bei Unternehmen dafür, dass interkulturelle Kompetenzen anerkannt und mehr Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Menschen mit Migrationshintergrund geschaffen werden.
„Entscheidend für eine gelungene Integration von Migranten ist die gezielte Sprachförderung, da sind sich die Experten einig“, so Yilmaz. „Wir plädieren dabei für ein umfassendes Konzept.“
Vorschläge des DGB Hamburg zur Sprachförderung:
- Die bereits bestehenden 4,5-jährigen Sprachtests sollten für Kinder mit Migrationshintergrund vorgezogen werden, um frühzeitiger entsprechende Unterstützung geben zu können.
- Zugang zur KITA für Kinder mit Migrationshintergrund - unabhängig davon, ob die Eltern arbeiten oder nicht. Hilfreich wäre ein kostenfreies letztes KITA-Jahr.
- Zweisprachigkeit in KITAS und Schulen erhalten oder sogar fördern. Wenn Englisch als Fremdsprache KITAS oder Vorschulen eingeführt werden soll, müsse bereits vorhandene Mehrsprachigkeit erst recht beibehalten werden.
- Deutschkurse für Eltern von KITA-Kindern. Während die Kinder betreut werden oder lernen, könnten die Eltern parallel Sprachkurse besuchen. Dazu gibt es bereits gut angenommene, erfolgreiche Projekte, die flächendeckend eingeführt werden sollten.
- Mehr Fachkräfte mit Migrationshintergrund in Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen
- Berufliche Sprachförderung. Unternehmen sollten verstärkt Sprachkurse als betriebsinterne Weiterbildung anbieten

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