Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 06.10.2005

Mehr Geld und Qualität für KITAS

Kinder brauchen Kontinuität –
auch wenn Eltern arbeitslos oder in der Erziehungszeit sind
Kinder sollten weiterhin den alten Betreuungsumfang in den KITAS behalten können, auch, wenn ihre Eltern arbeitslos werden, fordert der DGB Hamburg.
Die SPD hatte mit einer Großen Anfrage Aufschluss über die Anzahl der Kinder verlangt, die ihren Anspruch auf einen Ganztagsplatz in der Kindertagesbetreuung verloren haben. Danach sind Tausende Drei- bis Sechsjährige von der Reduzierung des Anspruchs auf eine halbtätige Betreuung betroffen – ausgerechnet besonders in sozial schwachen Stadtteilen. Die Gründe sind vor allem Arbeitslosigkeit oder Erziehungszeit der Eltern.
„Kinder sind keine Spielfiguren, die man zwischen vermeintlichen Sparzwängen und Gesetzesvorschriften hin – und her schieben kann“, sagt Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg. „Auch Arbeitslosigkeit der Eltern sollte kein Grund sein, Vierjährige aus ihren gewohnten Gruppen herauszunehmen und sie wohlmöglich mit ganz neuen Erzieher/innen zu konfrontieren, weil die bisherige Einrichtung keine Halbtagsplätze anbietet. Bildung und soziales Lernen sind wichtig in diesem Alter – und dafür brauchen Kinder Kontinuität. Sie dürfen nicht auch noch in der Betreuungsfrage dafür bestraft werden, wenn ihre Eltern den Job verlieren.“
Außerdem sei es für Eltern keineswegs einfach, nach Beendigung der Erziehungszeit oder bei erneuter Arbeitsaufnahme sofort wieder einen passenden Kinderbetreuungs-Platz für den Nachwuchs zu finden. Insofern werde hier die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erschwert, so Hamburgs DGB-Vorsitzender.
„Alle – auch Frau Schnieber-Jastram - sind sich einig darüber, dass vorschulische Bildung unabdingbar ist für einen guten Start ins Leben“, konstatiert Erhard Pumm. Also sollte die Sozialsenatorin, die erst kürzlich Bildungsempfehlungen für die KITAS vorstellte, den wohlklingenden Worten Taten folgen lassen und sich für mehr bezahlbare Ganztags-Betreuungsplätze einsetzen sowie für eine Gesetzes-Nachbesserung. Pumm: „Sonst haben wir Kinder ,erster und zweiter Klasse’. Es darf aber nicht sein, dass Kinder Arbeitsloser einmal mehr stigmatisiert werden.“
Um dem Anspruch einer guten Kinderbetreuung gerecht zu werden, müssten darüber hinaus auch die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in den KITAS verbessert werden. Erzieher/innen sind einer immer größeren Arbeitsverdichtung ausgesetzt und müssen seit Hartz IV auch noch ständig wechselnde Ein-Euro-Jobber als „Kollegen“ anlernen, die von der ARGE/ den Trägern in großer Anzahl in KITAS geschickt werden. Das trage nicht zur Qualitätssteigerung bei, wohl aber zur Verdrängung regulärer Erzieher-Stellen, so Erhard Pumm.

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