Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 19.12.2006

DGB Hamburg zum Integrationskonzept: Jetzt kommt es auf die konkrete Umsetzung an


Der DGB Hamburg begrüßt das heute vom Senat beschlossene Integrationskonzept und wird die Umsetzung in der Praxis kritisch-konstruktiv begleiten.
Hüseyin Yilmaz, DGB-Migrationsexperte, Mitglied des Integrationsbeirats und beteiligt an den Arbeitsgruppen zum Integrationskonzept: „Das Integrationskonzept ist wichtig und überfällig. Daran beteiligt waren neben der Behörde verschiedendste Gruppen und Organisationen – wenn das Integrationskonzept von der Gesamtheit getragen werden soll, muss der Senat auch Sorge dafür tragen, dass alle Punkte in der praktischen Umsetzung berücksichtigt und von ihm ,ungeliebtere Ziele’ nicht auf dem Papier stehen gelassen werden. Sollte das gelingen, kann das Hamburger Integrationskonzept bundesweit ein positives Signal aussenden. Doch dazu muss auch Geld in die Hand genommen werden.“
Wichtig sei zum Beispiel die Förderung und den Erhalt der Bilingualität in den Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen: „Doch dafür braucht es zusätzliches Personal. Wir wollen hoffen, dass der Senat es ernst meint mit der Realisierung des Ziels und die Stellen aufstockt“, so Yilmaz. „Gelungene Integration bedeutet schließlich nicht nur, dass alle deutsch zu sprechen haben.“
Die auffällige Bildungsarmut unter Migranten könne auch durch eine generelle Umstellung des Schulsystems behoben werden. Hüseyin Yilmaz: „Es gibt überproportional viele Migrantenkinder ohne Schulabschluss oder mit schlechten Abschlüssen, die keine Perspektive fürs Berufsleben bieten. Deshalb brauchen wir die ,Schule für alle' bis zur Klasse 10, wo Kinder mit Startschwierigkeiten nicht nach vier Jahren auf die verschiedenen Schulformen sortiert werden und ihr Schicksal quasi besiegelt ist, sondern gemeinsam mit den Stärkeren lernen. Das käme auch vielen Deutschen zu Gute.“
Auch das angestrebte Ziel, die Quote der Auszubildenden mit Migrationshintergrund in der Hamburger Verwaltung zu erhöhen, müsse gründlich evaluiert werden.

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