Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 01/23 - 06.01.2023

Silvesternacht: „Wer nur auf Hintergrund und Geschlecht schaut, macht es sich zu leicht.“

In der Debatte um die Angriffe auf Beschäftige des öffentlichen Dienstes in der Silvesternacht gerät der Kern des Problems aus dem Blickfeld. Die Hamburger DGB-Vorsitzende Tanja Chawla sagte dazu:

„Wer in einer Stadt, in der jedes zweite Kind einen Migrationshintergrund hat, die Angriffe der Silvesternacht durch die Ermittlung von Geschlecht oder Hintergrund erklären will, macht es sich zu leicht. Als DGB machen wir bereits seit zwei Jahren mit der Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“ auf das Problem und die Ursachen der Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst aufmerksam. Eine von uns in Auftrag gegebene Studie hat gezeigt, dass zwei Drittel aller befragten Beschäftigten im öffentlichen und privatisierten Sektor in den vergangenen zwei Jahren Gewalt bei der Arbeit erfahren haben – nicht nur an Silvester. Ein sich veränderndes gesellschaftliches Klima gibt Übergriffen einen Nährboden. Frustrationen im öffentlichen Raum entladen sich schneller in Aggressionen, die oft Beschäftigte im Dienst treffen, weil sie als Repräsentanten des Staates wahrgenommen und zum Blitzableiter für aufgestaute Aggressionen gemacht werden. Jeder und jedem muss klar sein: Beschäftigte sind keine Blitzableiter. Ihre körperliche und seelische Unversehrtheit ist das höchste Gut. Statt von Ressentiments getriebenen Debatten und einfacher Antworten, braucht es mehr Personal im öffentlichen Dienst und genaue Analysen der gesellschaftlichen Ursachen von Gewalt an Beschäftigten.“

 

Weitere Ergebnisse, Zahlen und Fakten aus der von uns in Auftrag gegebenen Studie finden Sie hier:

 

Zahlen, Daten, Fakten – Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch! 

Faktenbuch

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