Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 19/2013 - 17.04.2013

„Tag des Ausbildungsplatzes“: Nicht alle Jugendlichen können jubeln

Zur Zwischenbilanz auf dem Hamburger Ausbildungsmarkt erklärt Hamburgs DGB-Vorsitzender Uwe Grund: „Wenn Agentur für Arbeit und Wirtschaftsvertreter von einem Überangebot an Ausbildungsplätzen in Hamburg sprechen, ist das nur die halbe Wahrheit. Wer wissen will, wie die Situation wirklich ist, sollte die vorgelegten Zahlen genauer prüfen. So finden sich in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit momentan nur 15 Prozent der aktuellen SchulabgängerInnen in Hamburg, obwohl sich nach Umfragen des Bundesinstituts für Berufsbildung circa 50 Prozent eines Schulabgangsjahres in Deutschland eine duale Berufsausbildung sofort nach Schulabschluss wünschen.“

Gründe dafür wären, so Uwe Grund, es würden nur BewerberInnen gezählt, die
- zur Bundesagentur gehen (und nicht auf eigene Faust, z.B. im Internet auf Lehrstellenbörsen oder anderen Seiten suchen)
- ausdrücklich die Arbeitsagentur zur Vermittlung beauftragen (und nicht bei einem einfachen Informationsgespräch stehen bleiben)
- von der Arbeitsagentur als BewerberInnen anerkannt werden, das heißt, dort als ausbildungsreif eingestuft werden

In Hamburg käme zudem die Problematik dazu, dass sich zahlreiche Jugendliche aus angrenzenden Bundesländern in Hamburg bewerben würden.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Lage auf dem Ausbildungsplatz keinesfalls für alle Jugendlichen rosig dar, so Grund weiter: „Wer die Schule mit guten Noten verlässt, hat in Hamburg im Moment zwar gute Chancen einen Ausbildungsplatz zu finden. Schwächere Jugendliche dagegen schauen oft in die Röhre, werden von stärkeren Mitbewerbern aus umliegenden Bundesländern verdrängt und landen am Ende in Warteschleifen. Dass hier ein großes Potenzial verschenkt wird, ist vor dem Hintergrund eines möglichen Fachkräftemangels in einzelnen Branchen nicht vertretbar. Wirtschaft und Politik sind gefragt, sich weiterhin aktiv für Ausbildungschancen für alle Jugendlichen einzusetzen. Mit der Einrichtung der Jugendberufsagenturen ist Hamburg schon einen guten Schritt in die richtige Richtung gegangen.“


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