Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 24/15 - 12.05.2015
Streik im Sozial- und Erziehungsdienst

"Morgens Kita und abends kellnern - das kann es nicht sein"

Klare Forderung: #Aufwerten!

Klare Forderung: #Aufwerten! DGB HH

Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger hat den Streikenden im Sozial- und Erziehungsdienst bei der Kundgebung heute Morgen am Grünen Deich solidarische Grüße der DGB-Gewerkschaften überbracht: „Es ist gut und richtig, dass Ihr Euch nicht mehr länger mit netten Worten abspeisen lasst. Im krassen Gegensatz zu der verantwortungsvollen Arbeit steht die Bezahlung in den Sozial- und Erziehungsberufen. Eine Erzieherin bekommt zum Einstieg – nach vier bis fünf Jahren Ausbildung – gerade mal 2.400 Euro brutto im Monat. Aber nur auf dem Papier. Mehr als 60 Prozent der Stellen sind Teilzeit-Arbeit. Da reicht das Geld nicht zum Leben. Gerade in einer Stadt wie Hamburg. Morgens Kita, und abends kellnern? Das kann es doch nicht sein. Wir brauchen qualifiziertes und motiviertes Personal für die so wichtigen sozialen Bereiche der Stadt: in Kitas, Horten und Ganztagsschulen, aber auch in Jugendzentren, in der Schulsozialarbeit und im allgemeinen Sozialdienst, in Heimen für Kinder und Jugendliche sowie in Einrichtungen der Behindertenhilfe. Und dieses Personal muss endlich angemessen bezahlt werden!“

Auf der Kundgebung lobte Karger außerdem die bisher überwiegend positiven Reaktionen der Streikbetroffenen. „Es ist gut und richtig, dass so viele Eltern und andere Betroffene Verständnis für den Streik äußern, obwohl er für einige sicher eine große Belastung darstellt. Ich wünsche mir, dass das so bleibt. Ein Streik tut weh, ja. Aber es geht um wichtige gesellschaftliche Fragen die unser Miteinander betreffen. Hier ist breite Solidarität angebracht.“

Wer Deutschland inzwischen als Streik-Republik betitele, verkenne die Wirklichkeit, so Karger weiter. So sei das Streikvolumen in diesem Land im letzten Jahr deutlich zurückgegangen. Auch im internationalen Vergleich würde in Deutschland relativ wenig gestreikt. Eine Auswertung des WSI unterstützt das. Danach kommt Deutschland zwischen 2005 und 2013 durchschnittlich auf 16 Ausfalltage pro 1000 Beschäftigte und liegt damit im Vergleich auf dem zehnten Rang. In Frankreich sind es 139, in Dänemark 135 und Kanada 102. Die komplette Auswertung: http://www.boeckler.de/wsi-tarifarchiv_42406.htm
Karger: "Streiks sind das legitime Mittel, um Arbeitnehmer/innen-Interessen durchzusetzen. Sie greifen in die Lebensumstände von vielen Menschen ein und fordern uns alle heraus. Aber das müssen sie auch. Arbeitskämpfe gehören zu unserer Demokratie dazu, mögen sie auch mal hart und langwierig sein. Hier geht es um elementare gesellschaftliche Werte und nicht um ein persönliches Ärgernis."

Unterschriftenaktion auf Change.org: #ElternfürErzieherInnen - Hohe Qualifikation und hohe Motivation in der frühkindlichen Bildung!


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