Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 18.07.2003

Mitglied werden in der Gewerkschaft!

Und was hab' ich davon?
- Die Gewissheit: Hier bin ich in einem Verbund von Leuten, die mit mir als Arbeitnehmer/in in einem Boot sitzen und sich für gemeinsame Interessen bewegen. Und ein Boot rudert sich bekanntlich zusammen mit anderen leichter als allein. Das Zauberwort ist so alt wie aktuell: Solidarität. Es bedeutet Zusammengehörigkeitsgefühl, Gemeinsinn, enge Verbundenheit. Und dafür stehen Gewerkschaften noch heute.
Acht-Stunden-Arbeits-Tag, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Kündigungs- und Arbeitsschutzregelungen, Verbot von Kinderarbeit, bezahlte Urlaubs- und Feiertage – das sind nur wenige Beispiele für Arbeitnehmerrechte, die über die Jahrzehnte von den Gewerkschaften erkämpft wurden und vielen heute selbstverständlich erscheinen.
Doch sie stehen zunehmend zur Disposition: Es gibt Leute aus Politik und Wirtschaft, die den Solidaritätsgedanken für überkommen halten, ihn aushöhlen oder gar den Gewerkschaften ihre Daseinsberechtigung absprechen wollen. Sie propagieren Schlagworte wie „Jeder ist seines Glückes Schmied“, „mehr Eigenverantwortung“, „Deregulierung“, „Flexibilisierung“ etc. Alles Umschreibungen für den Abbau von Arbeitnehmerrechten. Das Ziel der neoliberalen Kräfte: Die organisierte Arbeitnehmervertretung, Kündigungsschutz, einheitliche Arbeitsbedingungen und Gehälter, die mehr als das nackte Überleben sichern, müssen weg oder verschlechtert werden. Ihre Devise: Der Markt regelt es schon. Bei dieser Sichtweise ziehen die abhängig Beschäftigten nachweislich den Kürzeren, und deshalb sind Gewerkschaften nach wie vor notwendig.
Die Vorteile für die Gewerkschaftsmitglieder konkret:
Tarifleistungen
Die Kernaufgabe der Gewerkschaften ist es, Tarifverträge für ihre Mitglieder auszuhandeln. Sie regeln den Arbeitsmarkt, in dem sie als Kollektivverträge verbindliche Vorgaben für die individuellen Arbeitsverträge machen. Sie greifen dadurch in die Markt-Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern ein. Der Preis für die Arbeit wird auf diese Weise der möglichen Konkurrenz der ArbeitnehmerInnen untereinander zumindest teilweise entzogen.
Tarifverträge erfüllen also eine Schutzfunktion für die abhängig Beschäftigten. Sie sorgen auch dafür, dass diese an der wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben (Verteilungsfunktion) und ermöglichen ihnen insgesamt eine Beteiligung an der autonomen Regelung der Arbeitsbedingungen (Gestaltungsfunktion).
Tarifverträge nutzen jedoch nicht nur den Beschäftigten: Aus Arbeitgebersicht übernehmen die Tarifverträge eine Kartellfunktion und schaffen dadurch einheitliche Wettbewerbsbedingungen bei den Arbeitskosten. Hinzu kommt ihre Friedens- und Ordnungsfunktion: Während der Laufzeit der Verträge besteht Friedenspflicht, das heißt, es darf nicht gestreikt werden. Die Unternehmen erhalten durch die Verträge eine gesicherte Planungs- und Kalkulationsgrundlage.
Bei Verbands- oder Flächentarifverträgen kommt hinzu, dass der Konflikt um Löhne und Arbeitszeiten von den Betrieben ferngehalten und auf die Verbände verlagert wird (Koordinierungsfunktion).
Aus Sicht des Staates ist mit dem Tarifvertragssystem vor allem eine wirkungsvolle Entlastungsfunktion verbunden. Er kann sich auf eine Schlichterrolle bei schweren Tarifkonflikten zurückziehen.
Streikausfallgeld
Haben bei einer Urabstimmung über einen Arbeitskampf mindestens 75 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder in einem Betrieb zugestimmt und es kommt zum Streik, erhalten sie finanzielle Unterstützung aus der Streikkasse. Unterstützt werden auch die Mitglieder, die wegen ihres Eintretens für gewerkschaftliche Forderungen vom Arbeitgeber entlassen werden. Übrigens: Die ausgehandelten Tarife gelten automatisch nur für Gewerkschaftsmitglieder. Nicht Organisierte erhalten zwar in der Regel von den Arbeitgebern das gleiche Gehalt wie Gewerkschaftsmitglieder, haben jedoch keinen gesetzlichen Anspruch darauf.
Rechtsschutz, Beratung, Mitbestimmung
Rechtsschutz
In Fällen des Arbeits- Sozial- und Beamtenrechts erhalten Mitglieder kostenlosen Rechtsschutz – von der Rechtsberatung bis hin zur Rechtsvertretung vor Gericht.
Unterstützung bei der Einrichtung von Betriebsräten
In Betrieben ab fünf fest angestellten Mitarbeitern haben die Beschäftigten das Recht, einen Betriebsrat zu gründen, der ihre Interessen wahrnimmt – z.B. in Sachen Arbeitszeit, Arbeitsschutz, Mutterschutz, Diskriminierung am Arbeitsplatz, Mobbing, Gleichstellung von Frauen. Auch wenn die Firma nicht Mitglied im Arbeitgeberverband sein sollte und keine Tarifregelungen Anwendung finden, besteht die Möglichkeit, einen Betriebsrat zu gründen. Die Beschäftigten könnten mit dem Betriebsrat etwa für einen Haustarif kämpfen. Da bei der Einrichtung der Mitarbeitervertretung bestimmte Regeln einzuhalten sind, unterstützten die Gewerkschaft dieses Verfahren.
Gewerkschaften kämpfen für eine sozial gerechte Politik
Um politisch Einfluss zu nehmen, sind Gewerkschaftsvertreter in Gremien,
Vorständen und Aufsichtsräten verschiedener Institutionen sowie Parlamenten vertreten.
Der DGB mit seinen Gewerkschaften organisiert Widerstand (Demos, Kundgebungen, Kampagnen) gegen Sozialabbau (z.B. Agenda 2010, Gesundheitsreform), setzt sich ein für Ausbildungsplätze, Geschlechterdemokratie , Toleranz, Bildungs- und Kulturarbeit sowie für den Frieden.
Gewerkschaften entsenden auch ehrenamtliche Richter für Arbeits- Sozial-. und Finanzgerichte, die vor Gericht die Fälle aus praxisnaher Arbeitnehmersicht beurteilen.
Service
Bildung und Information
Die Gewerkschaften bieten ihren Mitgliedern, Betriebs- und Personalräten Schulungen, Workshops und Seminare an. Über gewerkschaftseigene Publikationen und Internetseiten bekommen die Mitglieder aktuelle Informationen.
Vergünstigungen und Rabatte
Viele Gewerkschaften ermöglichen ihren Mitglieder vergünstigten Eintritt bei Kulturveranstaltungen oder Rabatte bei Versicherungen und Autoclubs.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB)
als Dachverband vermittelt gerne den Kontakt zu den acht Einzelgewerkschaften
Ver.di (Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft, IG Metall (Industriegewerkschaft Metall),
IG Bau (Industrie Bauen-Agrar-Umwelt),
GdP (Gewerkschaft der Polizei),
GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft),
NGG (Gewerkschaft Nahrung -Genuss-Gaststätten),
Transnet (Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands) und
IGBCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie)
Telefon: 040/ 2858-250 oder www.gewerkschaftshaus-hamburg.de, www.dgb-hamburg.de

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